Handball : Füchse schlagen Melsungen 33:21

Mühelos besiegen die Handballer von Dagur Sigurdsson zwölf Melsunger und gehen erster als Verfolger des THW Kiel in die EM-Pause. Am Ende bedankt sich der Trainer sogar beim Gegner.

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Danke für den Kampf: Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson meint nicht sich, sondern die ersatzgeschwächten Melsunger.
Danke für den Kampf: Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson meint nicht sich, sondern die ersatzgeschwächten Melsunger.Foto: dpa

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“, sagte ein stolzer Bob Hanning und gratulierte anschließend jedem Spieler. 8:2-Punkte hatte der Füchse-Geschäftsführer für die letzten fünf Bundesliga-Spiele des Jahres gefordert, aber das Team von Trainer Dagur Sigurdsson wollte mehr. Nach dem 33:21 (17:9) gegen die MT Melsungen vor 7388 Zuschauern in der Schmeling-Halle ist es sogar verlustpunktfrei geblieben. Damit bleiben die Füchse auch in der im Januar folgenden EM-Pause der erste Verfolger des THW Kiel und haben sich damit eine glänzende Ausgangsposition für die Fortsetzung der zweiten Halbserie geschaffen. Doch davor geht es für acht Füchsespieler zur EM nach Serbien.

So ein leichtes Spiel werden die Füchse aber so schnell nicht wieder erleben, denn Melsungen war nur mit neun Feldspielern und drei Torhütern angereist. Vor allem einige Leistungsträger konnte MT-Coach Michael Roth nicht aufbieten. So versuchten die Gäste, in erster Linie mit Schadensbegrenzung über die Runden zu kommen. Aber gegen die 6:0-Abwehr der Berliner standen sie schon in der ersten Halbzeit vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Und wenn ihnen ein Zeitspiel drohte, waren die Würfe eine sichere Beute für Petr Stochl. Zehn von 19 Bällen hielt der Tscheche, den Rest erledigte die Angriffsreihe. Beim 11:7 (20. Minute) lag Melsungen letztmalig in Reichweite, dann zogen die Füchse recht locker davon. Ivan Nincevic (fünf Tore), Johannes Sellin und Sven-Sören Christophersen (je vier) schufen sich in den ersten dreißig Minuten die besten Voraussetzungen, auch am Ende als erfolgreichste Werfer in die Statistik einzugehen.

Diese Krone des Spiels setzte sich schließlich Nincevic mit zehn Toren vor Sellin mit acht auf. Dass die Füchse im zweiten Abschnitt etwas für ihr Torverhältnis taten, daran hatte er großen Anteil. Es hätten noch mehr Treffer im Plus sein können, wenn sich nicht im Gefühl des sicheren Erfolges ein paar Leichtfertigkeiten eingeschlichen. „Das ist aber okay, wir haben auch unseren Fans einen schönen Jahresabschluss geboten“, sagte Dagur Sigurdsson schließlich und bedankte sich auch beim Gegner, dass dieser trotz der Misere bis zum Schluss kämpfte. Der Isländer gab im zweiten Abschnitt auch den Wechselspielern längere Einsatzzeiten, um die in dieser hart geprüfte Stamm-Sechs zu entlasten und auch, weil er gerade die zweite Reihe im neuen Jahr noch dringend benötigen wird: in der Champions League und vor allem im erneuten Kampf um einen Platz in diesem begehrten Wettbewerb. „Hoffentlich kommen alle gesund von der EM zurück“, sagte Sigurdsson schließlich, denn von Verletzungen blieben die Füchse in dieser Saison verschont. Auch das war ein Grund für ihr beachtliches Abschneiden. 

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