Sport : Handball in der Großmarkthalle

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Klaus Rocca erklärt, wie nach der EM aus Gold Geld werden könnte

Aus einer durch Verletzungen geschwächten Reisegruppe ist in Slowenien eine Erfolgsgemeinschaft geworden. Die deutschen Handballer sind Europameister. So weit die sportliche Seite. Die Reisegruppe kehrt aber auch als Marketingteam in eigener Sache nach Deutschland zurück. Das ist die wirtschaftliche Seite. Aus Gold kann Geld werden, vor allem für die Klubs der Bundesliga und ihre Spieler. Die Gleichung könnte aufgehen, ja sie muss sogar aufgehen. Denn viele Vereine haben sich durch teure Transfers so kräftig verschuldet, dass sie der Insolvenz bedrohlich nahe gekommen sind.

Erste Anzeichen für den Aufschwung gab es gleichwohl schon vor dem Gewinn der EM. Bereits in der vergangenen Saison hatte die Bundesliga einen Besucherrekord verzeichnet, und in diesem Jahr können die 1,2 Millionen Zuschauer sogar noch übertroffen werden. Vor lauter Erfolg darf dem deutschen Handball nun aber nicht schwindelig werden. Denn er muss die Balance halten. Zum Beispiel zwischen seinem Traditionsbewusstsein einerseits und den Möglichkeiten eines neuen Marktes andererseits. Einige Bundesligaspiele fanden schon in den Großmarkthallen des Sports wie der Kölnarena und der Colorline Arena in Hamburg statt. Dieser Schritt könnte ruhig öfter gemacht werden, aber im richtigen Tempo.

Für den wirtschaftlichen Erfolg müssen die Klubs aber auch Maß halten. Die Gefahr besteht, dass die Vereine auf Kosten der Spieler nur nach Gewinn streben. Die Profis sind durch Turniere wie die EM, durch Supercup, Europapokal, Bundesliga und den nationalen Pokal weit über die zumutbare Grenze hinaus belastet. Wenn die Handball-Verantwortlichen von Verbänden und Vereinen ihren Spielern nicht immer wieder Pausen gönnen, wird aus einer durch Verletzungen geschwächten Reisegruppe beim nächsten Turnier keine Erfolgsgemeinschaft mehr.

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