Handball : Lommel nimmt Abschied von den Füchsen

Von den Spielern hat er sich schon verabschiedet, die Wohnung in Steglitz ist gekündigt und der Weg zum Arbeitsamt in seiner Heimatstadt Minden eingeplant: Nach dem letzten Saisonspiel gegen Melsungen am Samstag geht Trainer Jörn-Uwe Lommel.

Hartmut Moheit

Berlin - Die Wohnung in Steglitz hat er zum 15. Juni gekündigt und den Weg zum Arbeitsamt in Minden, in seiner Heimatstadt, bereits eingeplant. Jörn-Uwe Lommel wird heute im Bundesligaspiel gegen die MT Melsungen zum letzten Mal als Trainer die Füchse Berlin leiten. „Was danach kommt, das weiß ich nicht“, sagt der ab Juli joblose Coach. „Ich brauche jetzt einige Zeit, um mich zu erholen.“ Zwar erlebt der 51 Jahre alte Lommel in seiner 20-jährigen Trainerkarriere bereits zum fünften Mal ein solches letztes Spiel mit einem Team, aber er sagt, die letzten Monate bei den Füchsen hätten ihm wie noch nie zuvor zugesetzt. Vor allem vermisst er eine „angemessene Würdigung“ seiner Arbeit in den vier Jahren bei den Füchsen, in denen er das Team aus den Tiefen der Zweiten Liga ins Mittelfeld der Handball- Bundesliga geführt habe. „Jetzt wollte ich eigentlich anfangen“, sagt der scheidende Coach, mit dem Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning schon geraume Zeit keinen gemeinsamen Nenner mehr fand. Hanning sagt dennoch: „Sein Name ist maßgeblich mit unseren Erfolgen verbunden.“ Ab Juli wird nun der Isländer Dagur Sigurdsson die Füchse trainieren.

Gestern bereits verabschiedete sich Jörn-Uwe Lommel von den Spielern und erklärte ihnen in Vier-Augen-Gesprächen, wie wichtig für ihn heute ein Erfolg mit mindestens sechs Toren gegen Melsungen wäre. „Nicht nur, dass es immer schön ist, sich mit einem Sieg zu verabschieden, mit den dann 30 Punkten und Rang zehn wäre meine Saisonzielstellung auf den Punkt erfüllt“, erklärt er. „Ich möchte meine Arbeit in Berlin sauber beenden.“ Ob die Mannschaft wirklich noch einmal mitzieht, dessen war er sich aber nicht sicher. Ihr Auftritt am Mittwoch beim 31:40 in Gummersbach macht ihn skeptisch. Aber auch die Fans, mit denen die Füchse nach dem Spiel eine Saisonabschlussparty feiern wollen, sehnen sich nach einem Erfolg. Hartmut Moheit

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