Handball : Magdeburg träumt vom dritten EHF-Titel

Für den SC Magdeburg ist der dritte Erfolg im EHF-Pokal nach 1999 und 2001 zum Greifen nahe. Der Handball-Bundesligist erkämpfte sich im Final-Hinspiel beim spanischen Club CAI Aragón ein Unentschieden.

Saragossa - Weltmeister Johannes Bitter hatte bereits beim Warmlaufen mit einem Auge auf das Objekt der Begierde, den silbern glänzenden EHF-Pokal, geschielt. Und die Hoffnung, dass der deutsche Handball-Nationaltorhüter vom Bundesligisten SC Magdeburg am kommenden Sonntag die Trophäe triumphierend in den Händen halten kann, ist nach dem 30:30 (13:15) im Finalhinspiel beim spanischen Club CAI Aragón mehr als berechtigt. "Das ist ein psychologisch gutes Ergebnis und die Chancen zu siegen, sind sehr gut", sagte der 24-Jährige. Mit insgesamt 20 Paraden brachte er die spanischen Angreifer in dem mit 11.000 Zuschauern ausverkauften Pábellon Príncipe Felipe zur Verzweiflung.

Vor allem der überragende Bitter und die starke Leistung des polnischen WM-Zweiten Karol Bielecki lassen den Champions-League- Sieger von 2002 vom dritten EHF-Coup nach 1999 und 2001 träumen. Bitter hatte zuletzt dem ebenfalls erstklassig agierenden Silvio Heinevetter den Vortritt lassen müssen. Rückraum-Ass Bielecki stand nach seiner grandiosen WM-Leistung zuletzt fast nie in der Startaufstellung. "Doch ich habe Johannes und Karol vertraut", meinte SCM-Coach Bogdan Wenta. Bielecki fand rechtzeitig zu den "Spielen des Jahres" seine spielerisch leicht wirkende Wurfgewalt wieder. Mit einem Kracher aus knapp 17 Metern besiegelte der Rechtshänder mit der Schlusssirene das verdiente Remis.

Trainer Wenta: Wir haben noch nicht gewonnen

In große Jubel-Orgien brach im SCM-Lager niemand aus. Denn das Desaster von 2005 ist vielen noch allzu gut im Gedächtnis. Damals hatten die Bördeländer sich nach dem 30:22-Hinspielsieg gegen Tusem Essen schon als Sieger gesehen, um dann nach der 22:31-Rückspielpleite noch alles zu verlieren. "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Aber wir haben es in unserer Hand, wir müssen zu Hause genauso kämpfen wie hier", sagte Weltmeister und Abwehrrecke Oliver Roggisch, der erneut stark im Deckungszentrum operierte. Roggisch stand damals in Diensten der Essener und wechselte nach deren Zwangsabstieg nach Magdeburg. Auch sein Trainer Wenta wies jegliche Glückwünsche zurück. "Das war ein erster Schritt. Den Kampfgeist von heute müssen wir mit ins Rückspiel nehmen, was wir aber noch nicht gewonnen haben", erklärte der Pole, der den spanischen Handball aus seiner aktiven Zeit noch gut kennt.

In Saragossa überzeugte der SCM mit einer taktisch disziplinierten Leistung. Kontrolliert im Spielaufbau und aggressiv in der Abwehr ließen die "Gladiators" den Gastgeber nie zur Entfaltung kommen. Auch als Aragón sich vier Minuten vor Schluss auf 29:25 absetzte, behielten die Magdeburger in dem hitzigen Hexenkessel kühlen Kopf und schlugen zurück. "Da haben wir Moral bewiesen, das war zuletzt nicht so gewesen", resümierte Bitter. (Von Sandra Degenhardt, dpa)

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