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Handball-Nationalmannschaft : Dagur Sigurdsson als neuer Bundestrainer vorgestellt

Nun ist es auch offiziell perfekt: Dagur Sigurdsson wird neuer Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Der Isländer arbeitet zunächst in einer Doppelfunktion und bleibt bis 2015 auch Coach der Füchse Berlin.

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Erster Auftritt für den neuen Bundestrainer Dagur Sigurdsson.
Erster Auftritt für den neuen Bundestrainer Dagur Sigurdsson.Foto: dpa

Das Schild auf dem Podium stand zunächst so, dass sich der Name nicht erkennen ließ. Andererseits war ja seit einigen Tagen klar, was da drauf stehen würde: Dagur Sigurdsson. Am Dienstag ist der Isländer in Leipzig nun auch ganz offiziell als neuer Handball-Bundestrainer vorgestellt worden. Im Beisein von DHB-Präsident Bernhard Bauer, DHB-Vize Bob Hanning und Uwe Schwenker, dem Vorsitzenden des Liga-Dachverbands HBL, äußerte sich Sigurdsson vor einer Runde von etwa 50 Journalisten zu den Aufgaben, die in den nächsten zwei Jahren auf ihn warten. Der Vertrag des 41-Jährigen besitzt eine Gültigkeit bis zum 30. Juni 2017, enthält aber eine Option zur Verlängerung bis 2020. „Ich bin unglaublich stolz und möchte mich für das Vertrauen bedanken, das mir alle Seiten ausgesprochen haben“, sagte Sigurdsson.

Der mediale Auflauf und die Besetzung auf dem Podium ließen einige Rückschlüsse darüber zu, wie turbulent die letzten Wochen für die Entscheidungsträger gewesen sein müssen. DHB-Präsident Bauer bestätigte, dass der Verband mit so ziemlich jedem Trainer von Format verhandelt habe: angefangen bei Altmeister Noka Serdarusic über die deutsche Fraktion um Rolf Brack und Martin Schwalb bis hin zu den ausländischen Spitzentrainern aus der Bundesliga, namentlich Alfred Gislason, Ljubomir Vranjes und eben Dagur Sigurdsson. „Wir brauchen einen Bundestrainer, der die Mannschaft in naher Zukunft wieder in die Weltspitze führen kann“, sagte Bauer, „deshalb haben wir uns mit der Entscheidung auch bewusst Zeit gelassen“.

Bis Sommer 2015 ist Sigurdsson in einer Doppelfunktion tätig

Ganz so einfach, wie es die Beteiligten glauben machen wollten, hatten sie Sigurdsson aber offenbar doch nicht zu vermitteln können – weil der Isländer vertraglich noch bis 2015 an die Füchse Berlin gebunden ist und damit wie DHB-Vize und Füchse-Manager Hanning eine Doppelfunktion als Vereins- und Nationaltrainer ausübt. „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Entscheidung mit Bedacht und unter Einbeziehung aller getroffen worden ist, die im Handball etwas zu sagen haben“, sagte HBL-Geschäftsführer Uwe Schwenker, „die Situation war nicht ganz unproblematisch, trotzdem hat sie zu einer sehr guten Lösung geführt.“ Sigurdsson äußerte sich ebenfalls optimistisch. „Ich habe keine Angst oder Zweifel, dass die Doppelbelastung ein Problem werden könnte“, sagte der neue Bundestrainer.


Spannend bleibt die Frage, wer künftig als Co-Trainer an der Seite des Isländer arbeiten wird. DHB-Vize Hanning dementierte einen Bericht des Tagesspiegels vom Dienstag, wonach Ex-Bundestrainer Martin Heuberger ein möglicher Kandidat sei. Sigurdsson sagte darauf angesprochen: „Ich finde die Idee gut und verstehe mich auch mit Martin Heuberger. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass wir frischen Wind haben und neue Wege gehen wollen.“

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