Handball-Supercup : Polen nimmt Revanche

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das Endspiel um den Supercup verpasst. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand verlor im westfälischen Halle in einer Neuauflage des diesjährigen WM-Finales gegen Polen knapp mit 28:32.

Martin Kloth[dpa]
Supercup
Treffsicher. Jachlewski punktet für Polen. -Foto: dpa

Halle/WestfalenWährend die Polen damit zum ersten Mal im Endspiel des renommierten Sechs-Nationen-Turniers stehen, hat die deutsche Mannschaft den erhofften fünften Pokalgewinn verpasst. Im "kleinen Finale" an diesem Sonntag (15 Uhr/ARD live) in Dortmund trifft der Gastgeber auf den Verlierer der Partie zwischen Russland und Cupverteidiger Schweden. Beste Werfer vor 9100 Zuschauern waren Holger Glandorf (Nordhorn/8) und Karol Bielcki (9) für Polen.

"Das ist ein Spiel, in das wir wie die Polen hoch motiviert gehen und auf das sich die Zuschauer freuen können", hatte Bundestrainer Heiner Brand versprochen. Wie schon am Vortag beim 41:30-Kantersieg gegen Serbien konnte jedoch Oleg Velyky (Rhein-Neckar Löwen) wegen einer Rippenprellung nicht mitwirken. Zudem wurde der Hamburger Pascal Hens geschont. Den Torjäger plagen bereits seit geraumer Zeit Fußprobleme, weswegen er beim Supercup bislang nur sporadisch zum Einsatz gekommen war.

Verletzungspech schwächt DHB-Team

In der sechsten Minute verschärfte sich die angespannte Situation im Rückraum weiter. Der Lemgoer Lars Kaufmann verletzte sich und musste mit Verdacht auf Innenbandanriss im rechten Knie ausscheiden. Als dann in der 19. Minute auch noch Holger Glandorf nach einem Schlag ins Gesicht zur Behandlung vom Feld musste und im ersten Durchgang nicht wieder aufs Parkett kam, war dem deutschen Rückraum komplett die Durchschlagskraft genommen.

Bis dahin hatten Kaufmann und Glandorf fünf der deutschen Treffer zum 10:8-Zwischenstand beigesteuert. Der Ersatz-Rückraum mit Frank von Behren (Flensburg-Handewitt) und Rolf Hermann (Lemgo) konnte daran nicht anknüpfen.

Rückstand zur Halbzeit

In der umkämpften und bisweilen hart geführten Partie, in der beide Abwehrreihen dominierten, hatte sich der Gastgeber den Zwei-Tore-Vorsprung hart erarbeitet. Doch nach dem Ausscheiden des Torjäger-Duos riss der Spielfaden. Nach dem 11:9 (21.) gelang dem Weltmeister bis zur Pause kein Treffer mehr. Die Polen hingegen trafen trotz glänzender Paraden von Torhüter Henning Fritz fünf Mal nacheinander, so dass der Gastgeber mit einem 11:14-Rückstand in die Kabine ging.

Die deutsche Mannschaft brauchte lange, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Trotz der Rückkehr Glandorfs geriet die DHB-Auswahl mit 15:20 (39.) ins Hintertreffen, weil im Angriff wenig gelang und die Abwehr vor allem mit dem wurfgewaltigen polnischen Rückraum um den Magdeburger Karol Bielecki an der Spitze nicht zurecht kam. Doch nach und nach erwachte der Kampfgeist und dank der Treffer Glandorfs verkürzte die DHB-Auswahl auf 23:24 (50.). Doch am Ende jubelten die Polen.

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