Handball : Vier deutsche Teams in Final Four

Was Deutschlands Fußball-Spitzenteams Borussia Dortmund und der FC Bayern können, können die Handballer erst recht: Vier Handball-Bundesligisten haben die Endrunden der europäischen Pokalwettbewerbe erreicht. Manche mussten aber um den Einzug bangen.

Ungarische Melancholie: Während Kiels Spieler feiern, trauert Veszprems Maskottchen dem verpassten Einzug ins Final Four der Handball-Champions-League nach.
Ungarische Melancholie: Während Kiels Spieler feiern, trauert Veszprems Maskottchen dem verpassten Einzug ins Final Four der...Foto: dpa

Die Handball-Bundesliga hat ihren Ruf als stärkste Liga einmal mehr unter Beweis gestellt. Gleich vier Clubs aus der deutschen Eliteklasse erreichten die beiden Final Four-Turniere um die europäischen Pokale. Allerdings benötigte Cupverteidiger THW Kiel bei MKB Veszprem eine gehörige Portion Glück, ehe mit dem 29:28-Sieg der erneute Einzug in die Champions League-Endrunde in Köln feststand. Das Viertelfinal-Duell zwischen dem HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt wurde erst am Sonntagabend ausgetragen.

Auch im EHF-Cup musste Pokalverteidiger Frisch Auf Göppingen lange zittern, ehe der 31:30-Sieg über RK Maribor feststand. Die Rhein Neckar Löwen hatten dagegen mit dem SC Magdeburg in der zweiten Halbzeit leichtes Spiel und zogen mit dem 27:20 sicher in die Finalrunde in Nantes ein.

„Jetzt haben wir diesen Fluch beendet“, jubelte THW-Trainer Alfred Gislason nach dem knappen Erfolg in Veszprem. Mit Fluch meinte der Isländer die Tatsache, dass sich in der Königsklasse des Handballs bisher noch kein Titelverteidiger für das nächste Finalturnier qualifizieren konnte. Auch für die Kieler sah es lange Zeit nicht danach aus, als könnten sie sich auf das Final Four in Köln (1./2. Juni) vorbereiten. Die ungarischen Gastgeber dominierten das Spiel. Erst 13 Minuten vor dem Abpfiff ging Kiel durch ein Tor von Marco Vujin erstmals in Führung. „Diese Mannschaft will einfach nicht verlieren“, sagte THW-Manager Klaus Elwardt. „Wir sind den meisten Gegnern physisch überlegen und hatten am Ende die zweite Luft - genau wie im Hinspiel.“ Vor einer Woche konnte der THW einen 22:28-Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit noch in einen 32:31-Sieg verwandeln. Damit haben die „Zebras“ nun nach wie vor die Chance das Triple aus Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League zu wiederholen.

Das Viertelfinale zwischen Göppingen und Maribor im EHF-Pokal war nichts für schwache Nerven. Die Mannschaft von Velimir Petkovic zeigte ein schwaches Spiel und hatte große Probleme mit der offensiven Abwehr der Gäste aus Slowenien. Nach dem 24:27-Zwischenstand in der 51. Minute schien der Traum vom dritten EHF-Pokal-Gewinn in Serie für die Göppinger schon geplatzt zu sein. Doch in einer dramatischen Schlussphase kämpften sie sich wieder heran. Drei Sekunden vor dem Abpfiff erlöste Momir Rnic seine Teamkameraden und die Fans in der EWS Arena schließlich mit dem Siegtreffer zum 31:30. „Maribor wurde im Vorfeld von vielen unterschätzt. Wir hatten eine schwache Abwehr über das gesamte Spiel und Glück mit Momirs letztem Wurf“, sagte Petkovic.

Auch die Rhein-Neckar Löwen haben das Ticket für das Final Four (18./19.Mai) in Nantes gelöst. Klar mit 27:20 setzten sie sich gegen den Ligakonkurrenten SC Magdeburg durch. Das reichte nach der 28:31-Niederlage im Hinspiel zur erstmaligen Qualifikation für die Endrunde um den EHF-Pokal. „Wir haben uns im Vergleich zum Hinspiel gesteigert, als wir in Magdeburg riesige Probleme hatten. In der Abwehr standen wir gut, Niklas Landin war überragend im Tor“, resümierte Kapitän Oliver Roggisch. Löwen-Manager Thorsten Storm bezeichnete Landin, der 18 Paraden zeigte, als „einen entscheidenden Faktor“. (dpa)

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