Handball : Vom Affen gebissen

In den Bauch geboxt, in den Arm gebissen: Das Handballspiel zwischen Berlin und Wetzlar endet mit einer Tätlichkeit.

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Berlin - So schnell werden sich Mark Bult und Georgios Chalkidis nicht mehr begegnen, wenn überhaupt noch mal. Es ist wohl auch besser so, dass der Zwei-Meter-Riese aus Holland nach Saisonende ins polnische Kielce wechseln wird, während der bullige Grieche seinen Vertrag in Wetzlar verlängert hat. Damit kann es in der Bundesliga nicht zur Fortsetzung einer Unsportlichkeit kommen, die den Schiedsrichtern Matthias Brauer und Kay Holm nach dem 28:26 (16:12) der Füchse gegen Wetzlar einen Sonderbericht wert war. Darin ist eine Rangelei nach Spielende vermerkt, die in körperlichen Attacken zwischen Bult und Chalkidis gipfelte. Letzterer wurde als Hauptschuldiger bestraft. „Er wird für fünf Spiele gesperrt, längstens für zwei Monate, außerdem erhält er eine Geldstrafe von 3000 Euro“, sagt Bundesliga-Spielleiter Uwe Stemberg. „Uns ist natürlich nicht entgangen, dass Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter eine Aktie daran hat, aber dazu stand nichts im Bericht. Deshalb kommt er diesmal noch ungeschoren davon.“

Er habe nur eine verbale Auseinandersetzung zwischen Silvio Heinevetter und Michael Allendorf schlichten wollen, erzählt Bult. Da habe ihn der hinzugekommene Grieche in den Bauch geboxt und, nachdem Bult zurückgeschlagen hatte, ihn in den Oberarm gebissen. „Ich habe so etwas in der Bundesliga noch nicht erlebt, hoffentlich hat er keine Krankheit“, sagt Bult. „Ich wollte eigentlich nur zur Deeskalation beitragen.“ Die Bisswunde, die ein wenig geblutet habe, sei nicht so schlimm, ergänzt er am Montag. „So extrem kenne ich Chalkidis eigentlich nicht.“

Damit wurde Mark Bult zum Leidtragenden für eine Unbeherrschtheit, die eigentlich von Silvio Heinevetter ausgegangen war. Der Nationaltorhüter glänzte nicht nur mit guten Aktionen, er war zugleich auch Provokateur. Schon ein zu dicht an seinem Kopf vorbeigeworfener Ball genügte, um ihn aus der Fassung zu bringen. Nach einer Geste des auf der Wechselbank sitzenden Wetzlaer Torwarts Vladan Krasavac rannte er wutentbrannt zum Schiedsrichter – und erhielt eine Zweiminutenstrafe. „Silvio bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Emotionen pur und einer Entscheidung zu viel“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Trainer Dagur Sigurdsson will das demnächst intern mit Heinevetter besprechen. Er wird ihm auch beibringen müssen, dass es eines Nationaltorhüters unwürdig ist, nach einer emotionalen Schlussphase den Sieg gegenüber einem Gegner, der sich um einen Siebenmeter betrogen fühlt, derart zu zelebrieren. Danach biss Chalkidis zu.

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