Sport : Handball: Vor dem WM-Start denkt Brand über seine Zukunft nach

Das DSF wird alle Spiele der deutschen Nationalman

Gut 400 km vom Finalort Paris entfernt beginnt heute für die deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft in Frankreich ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Vier Monate nach Platz fünf bei den Olympischen Spielen hat schon das Auftaktspiel in Besançon gegen die USA Richtung weisenden Charakter für die neu formierte Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB). "Wir haben eine gute Außenseiterposition", befand Torhüter Henning Fritz. Bei der Aufzählung der Medaillenanwärter werden immer wieder genannt: Titelverteidiger Schweden, Olympiasieger Russland, der Olympia-Dritte Spanien und der auf den Heimvorteil bauende Ex-Weltmeister Frankreich. Entscheidend wird sein, welche Mannschaft bei der Zwischen-WM, bei der es nicht um die Qualifikation für eine Meisterschaft geht, ihren personellen Aderlass am besten verkraftet. Den Schweden fehlt der Kieler Staffan Olsson. Die Spanier treten ohne Inaki Urdangarin, den Herzog von Mallorca und Schwiegersohn von König Juan Carlos, sowie Rafael Guijosa an. Und den Franzosen steht mit Gueric Kervadec(Magdeburg) einer der weltbesten Kreisspieler nicht mehr zur Verfügung.

Ausgerechnet in dieser Situation scheint die Zukunft von Bundestrainer Heiner Brand ungewiss zu sein. "Mein Vertrag läuft im März 2002 aus. Natürlich würde mich ein Job im Ausland reizen", erklärte der 48-jährige Brand und knüpft ein weiteres DHB-Engagement an Bedingungen: "Ich mache die Entscheidung von den Perspektiven abhängig. Damit meine ich auch die Bereitschaft der Bundesliga zur gemeinsamen Arbeit mit mir." Der Interessenkonflikt zwischen der stärksten Liga der Welt und dem Nationalteam zieht sich wie ein roter Faden durch die seit knapp vier Jahren dauernde Amtszeit Brands. Übel stößt dem einst weltbesten Abwehrspieler noch heute die in dieser Saison vollzogene Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine auf. "Auch mein Denkanstoß, zeitweise mehr als drei Spiele in einer Woche durchzuführen, um den Spielern dann auch mal mehrere Wochen zur Regeneration zu gewähren, kam bei den Klubs nicht an", sagt der 131-malige Auswahlspieler (231 Tore).

Mit dem Herzen hängt Brand an der Arbeit als Bundestrainer, dennoch will er den Job nur unter bestimmten Voraussetzungen fortsetzen. "Ich könnte mir zum Beispiel die Installierung eines Verbindungsmannes vorstellen, der in bestimmten Fragen zwischen mir und der Liga vermittelt", sagt der Diplom-Kaufmann, der als Spieler mit dem VfL Gummersbach sechs deutsche Meisterschaften gewann. Nach der WM in Frankreich wollen sich der DHB und Brand zu Gesprächen zusammensetzen.

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