Sport : Handball-Weltmeisterschaft: Insgesamt zu wechselhaft

Neue Zuversicht für die deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft in Frankreich: Nach dem 39:8 (21:5)-Rekordsieg gegen Neuling Grönland geht die neu formierte Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) als Zweiter der Vorrundengruppe C mit 7:3 Punkten in die K.-o.-Spiele. Im Achtelfinale spielt der Olympia-Fünfte am Mittwoch in Albertville gegen den Dritten der Staffel D. "Wir wollen auf alle Fälle ins Viertelfinale", sagte Kapitän Frank von Behren. Dort wartet dann wahrscheinlich Gastgeber Frankreich.

Mit dem höchsten Länderspiel-Sieg der DHB-Geschichte warf sich das Team von Bundestrainer Heiner Brand den Frust über das 22:31-Debakel am Vortag gegen Spanien von der Seele, mit dem der WM-Fünfte von 1999 den möglichen Gruppensieg vergab. "Ich habe einen solchen Hals, wenn ich das Ergebnis vergleiche mit dem, was ich gesehen habe. Die einzige Mannschaft, die sich freie Torchancen erspielt hat, war unsere. Wir haben viel mehr Chancen gehabt, als ich zu hoffen gewagt hatte. Im Nachhinein ist das so bitter", trauerte Brand.

Schon das 23:23 im Spiel gegen Kroatien, in dem das DHB-Team in den letzten zehn Minuten einen Sechs-Tore-Vorsprung verschenkte, hat die Defizite deutlich aufgezeigt. Die Spanier nun bestraften die Unzulänglichkeiten in Angriff und Abwehr ohne Gnade. "Die Spanier machen einfache Tore aus Gegenstößen, weil wir nicht das spielen, was wir spielen wollen. Und die Abwehr war nicht entschlossen und beweglich genug", monierte Brand, "dass wir danach noch richtig eingegangen sind, passt ins Bild." Vor allem die schwache Torausbeute hat sein Team zermürbt.

Zu wechselhaft präsentierte sich die Brand-Auswahl im Verlauf der Vorrundenspiele. Spielerisch war sie den USA (40:12) Südkorea (33:26) sowie Grönland überlegen, gegen Kroatien und Spanien gleichwertig. "Da sind uns die Grenzen aufgezeigt worde", monierte Brand, "Chancenverwertung und Cleverness sind die entscheidenden Dinge, die man braucht, wenn wir wieder ganz oben anklopfen wollen." Gegen den WM-Neuling Grönland führte das deutsche Team nach 23 Minute schon mit 14:4. Dabei gingen jeweils sechs Tore auf das Konto von Torsten Jansen (Solingen), Jan-Olaf Immel (Wallau-Massenheim) und Mark Dragunski (Essen), der nach drei Zeitstrafen die Rote Karte sah (59.).

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