Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark : Sechs Jahre Rückenwind

Deutsche und Dänen richten Handball-WM 2019 aus.

Könige für eine Nacht. Bitter umarmt Schwarzer nach dem Titel 2007. Foto: p-a/dpa
Könige für eine Nacht. Bitter umarmt Schwarzer nach dem Titel 2007. Foto: p-a/dpa

Zur Feier gab es im sonst alkoholfreien Katar ein Glas Sekt. Grund zum Jubeln gab es für die deutsche und die dänische Delegation genug: Beide Länder dürfen im Jahr 2019 gemeinsam die Handball-WM der Männer ausrichten. „Wir haben erst mal auf den gemeinsamen Erfolg angestoßen“, sagte Bernhard Bauer. Der neue Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) konnte kaum fassen, dass der Rat des Weltverbandes IHF am Montag in Doha der deutsch-dänischen Bewerbung den Zuschlag erteilte hatte. „Große Erleichterung, große Freude“, empfand er über die Entscheidung.

Nur fünf Wochen nach seiner Wahl zum DHB-Chef hat der 62 Jahre alte Jurist damit seinen ersten sportpolitischen Coup gelandet. Zwölf Jahre nach der Heim-WM mit dem Titelgewinn für das Team des damaligen Bundestrainers Heiner Brand ist Deutschland Mit-Gastgeber eines Männer-Turniers. „Das ist großartig“, befand Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, „da haben wir mit dem DHB ein gemeinsames Ziel. Da müssen wir sehen, dass wir eine ordentliche Mannschaft zusammenbekommen. Das wird uns Rückenwind geben“. Großer Jubel herrschte auch bei den Dänen. Zuletzt waren die Skandinavier mit Bewerbungen für die Männer-WM 2011 und 2017 gescheitert. Dänemark war zuletzt 1978 WM-Gastgeber, damals gewann die deutsche Mannschaft um den Spieler Brand den Titel.

„Das ist ein Meilenstein für uns. Wir haben die Möglichkeit, nach dem Verpassen von Olympia und der Europameisterschaft Reset zu drücken. Das ist für den deutschen Handball eine Riesenchance, über Gemeinsamkeit zum Erfolg zu kommen“, sagte Bob Hanning. Der Manager des Bundesligisten Füchse Berlin und DHB-Vizepräsident für Leistungssport hob den besonderen Wert der Weltmeisterschaft 2019 hervor: „Wir sind automatisch qualifiziert und haben dadurch ideale Voraussetzungen, uns für Olympia 2020 zu qualifizieren. Da haben wir ja Großes vor.“ Hanning hatte für die Spiel in Tokio den Olympiasieg als Ziel ausgegeben.

Die Vorrundenspiele 2019 sollen in beiden Ländern stattfinden. Die Halbfinals werden in Deutschland, das Finale in Dänemark ausgetragen. Mögliche deutsche Spielorte sollen München, Berlin, Köln, Mannheim, Hamburg und Kiel sein, Dänemark plant mit Herning und Kopenhagen. (dpa)

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