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Handball-WM : Deutschland zieht ins Viertelfinale ein

20.01.2013 19:22 UhrVon Erik Eggers
Die Deutsche Mannschaft lag ab dem ersten Treffer in Führung und gab diese nicht wieder her. Am Ende stand ein 28:23-Sieg gegen Mazedonien und der Einzug ins Viertelfinale.Bild vergrößern
Die Deutsche Mannschaft lag ab dem ersten Treffer in Führung und gab diese nicht wieder her. Am Ende stand ein 28:23-Sieg gegen Mazedonien und der Einzug ins Viertelfinale. - Foto: afp

UpdateDeutschlands Handballer sind bei der WM in Spanien weiter auf dem Vormarsch. Nach einem Sieg gegen Mazedonien steht der EM-Siebte im Viertelfinale. Möglicher Gegner ist der Gastgeber.

Die deutschen Handballer klopften sich auf die Schenkel und jauchzten, als habe jemand just einen großartigen Witz gerissen. Dabei war Oliver Roggisch, der Abwehrchef aus Mannheim, doch nur einen Tempogegenstoß gelaufen und hatte fünf Minuten vor Schluss zum 26:18 abgeschlossen. Ausgerechnet Roggisch, der Mann fürs Grobe, ein eher limitierter Handballer. „Haben wir gelacht“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger. Denn längst war klar, dass die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) das Achtelfinale der Weltmeisterschaft erfolgreich überstanden hatte. Am Ende stand auf der Tafel im Palau Sant Jordi in Barcelona das 28:23 (13:9) gegen Mazedonien.

Und Grobmotoriker Roggisch wurde nicht mehr nur belächelt, sondern kassierte auch ein Extralob. „Das ist der beste Roggisch, den ich kenne“, sagte Heuberger.
Und das ist auch die beste DHB-Auswahl seit vielleicht fünf Jahren, als sie im EM-Halbfinale 2008 nur knapp an Dänemark scheiterte. Plötzlich steht dieses Team, dessen Trainer von vielen Experten hinter vorgehaltener Hand scharf kritisiert wurde, im Viertelfinale. Am Mittwoch in Saragossa geht es entweder gegen Gastgeber Spanien oder Vize-Europameister Serbien. Und die Aussagen einiger Spieler im Palau Sant Jordi in Barcelona verrieten große Ambitionen. Dominik Klein, der Linksaußen vom THW Kiel, sagte: „Mein Ziel ist es, dieses Turnier mit einem Sieg abzuschließen.“ Das hieße also mindestens ein Sieg im Spiel um Platz Drei. Oder gar: der Weltmeistertitel.
„Wir sind noch lange nicht Weltklasse“, sagte Bundestrainer Heuberger, „heute hat alles gepasst, von A bis Z.“ Und auch im Viertelfinale müsse nicht Schluss sein. „Ich bin erfolgsbesessen, ich will auch dieses Spiel unbedingt gewinnen.“


Der deutsche Angriff hatte diesmal nicht das Tempospiel aus den letzten Vorrundenpartien geboten. Viele Schnellangriffe unterbanden einerseits Mazedoniens Keeper Ristovski, der tief im Feld stand, andererseits das clevere Rückzugsverhalten des Gegners. Aber der sehr defensiv stehende deutsche Abwehrverbund wirkte erneut wie eine Mauer. Immer wieder lief sich der mazedonische Aufbau an dem Mittelblock von Michael Haaß (Göppingen) und Roggisch fest. „Auch der Kreisläufer hat keine Bälle bekommen“, analysierte Haaß. Auf dieser Basis hatte die deutsche Mannschaft mit 4:0-Toren einen Traumstart hingelegt.
Nie genehmigte das deutsche Team dem EM-Fünften eine Führung, es distanzierte das Team um Superstar Kiril Lazarov bis zum 18:13 scheinbar mühelos. Als dann aber Steffen Weinhold, der Flensburger Rückraum-Linkshänder, sich eine Zeitstrafe einhandelte, wankte der Favorit kurzzeitig. Mazedonien verkürzte flugs auf 18:16, die Wende drohte. Dann kam der große Moment des Torhüters Silvio Heinevetter.


Als Dejan Manaskov einen Schnellangriff lief und den Ball aus kürzester Distanz abfeuerte, lag der Keeper von den Füchsen Berlin quer in der Luft und blockte das Leder ab. „Wie er diesen Ball noch weggegrätscht hat, ist mir schleierhaft“, sagte Linkshänder Adrian Pfahl, „das war eine Schlüsselszene“. Auch Heuberger lobte den extravaganten Torwart, der im Laufe des Turniers viel Kritik hatte einstecken müssen. „Heute war die Zeit von Silvio da“, sagte der 48-Jährige.


Als danach die Wetzlarer Kevin Schmidt und Tobias Reichmann die nächsten vier Versuche zum 22:17 einnetzten, waren die deutschen Profis endgültig auf die Siegerstraße eingebogen. „Dass wir das so souverän gewinnen, hätte ich nicht gedacht“, sagte Haaß. Dass dieses Team so weit vorstößt und nun sogar auf den vierten WM-Titel für den DHB schielt, hat ebenfalls niemand erwartet.

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