Handball-WM : Erster Sieg seit elf Jahren für Deutschland gegen Kroatien

Deutschlands Handballer haben die Vorrundengruppe C gewonnen. Der Sieg gegen Kroatien erspart dem DHB-Team Reisetrapazen.

Deutschlands Steffen Fäth geht zum Wurf hoch.
Deutschlands Steffen Fäth geht zum Wurf hoch.Foto: dpa

Deutschlands Handballer haben bei der Weltmeisterschaft in Frankreich etwas für die Statistik getan: Im letzten Vorrundenspiel gewann das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson erstmals seit elf Jahren gegen Kroatien und holte sich damit auch den Sieg in der Vorrundengruppe C. Nach erstaunlich einseitigen 60 Minuten vor 5000 Zuschauern in Rouen hieß es 28:21 (13:9) für den Europameister, der sich durch das Resultat erhebliche Reisestrapazen ersparte: Wären die Deutschen Gruppenzweiter geworden, hätten sie zum Achtelfinale nach Montpellier 850 Kilometer durch ganz Frankreich reisen müssen, so fährt die Delegation nun entspannte 120 Kilometer nach Paris. Gegner im Achtelfinale am Sonntag ist - wie vor zwei Jahren im WM-Viertelfinale - Katar.

Sigurdsson, der tags zuvor in Holger Glandorf und Hendrik Pekeler frische Spezialkräfte für Angriff und Abwehr nachnominiert hatte, verzichtete zunächst allerdings auf deren Einsatz und tat gut daran. Trotz eines frühen Rückstandes (1:3/4.) fanden die Deutschen in der Folge scheinbar mühelos Lösungen gegen den stärksten Vorrundengegner: Kai Häfner erzielte die ersten vier Treffer für sein Team, Paul Drux und Patrick Wiencek legten jeweils ein Tor nach und schon stand es 6:3. Den Grundstein für den weiteren Führungsausbau legte die Auswahl des deutschen Handball-Bundes (DHB) aber in der Defensive: Gegen den massiven Mittelblock um Finn Lemke, Simon Ernst und Wiencek fiel den mit drei Bundesliga-Legionären angetretenen Kroaten nicht sehr viel ein, daran änderte auch die Taktik nichts, bei eigenem Angriff dauerhaft den Torhüter zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers zu opfern - und wenn tatsächlich mal ein Ball durchrutschte, stand ja immer noch Andreas Wolff im Tor dahinter. Zur Pause lag Wolffs Quote bei starken 44 Prozent gehaltener Bälle (7/16).

Nach dem Seitenwechsel (13:9) erwischten die Kroaten den besseren Start, beim Stand von 13:12 waren sie wieder in Reichweite. Im weiteren Verlauf nahm die deutsche Auswahl dem Gegner aber jegliche Illusion, dass es an diesem Freitagabend noch einmal spannend werden könnte. Spätestens nach dem 18:13 durch Kapitän Uwe Gensheimer, dem zu diesem Zeitpunkt bereits siebten Kontertor der Deutschen (Kroatien: eins), war die Vorentscheidung gefallen, zumal Kroatien nicht den Anschein machte, noch einmal alles investieren zu wollen, um das Match noch zu drehen. Erschwerend kam hinzu, dass in Domagoj Duvnjak ihr bester Mann auf der Ersatzbank Platz nehmen musste. Duvnjak hatte sich in Halbzeit eins verletzt. 

In der Schlussphase durfte sich Bundestrainer Sigurdsson sogar den Luxus erlauben, fleißig rotieren zu lassen, abgesehen von  Torhüter Silvio Heinevetter kamen alle aus dem Kader zum Einsatz. Bester Werfer des Abends war Patrick Wiencek mit sechs Toren, dabei blieb der Kreisläufer vom THW Kiel sogar jeden Fehlversuch.

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