HandballBL : Bult kehrt zu den Füchsen zurück

Mark Bult geht nach nur drei Monaten zu den Berliner Füchsen zurück. Der Wechsel ging derart schnell, dass der holländische Handballer samt Familie vorerst bei einem Teamkollegen unterkommt. Über allem stand sein Comeback heute Abend gegen Melsungen.

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Seit Montagabend haben die Wilczynskis drei Untermieter. Beim Linksaußen des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin sind Mark Bult nebst Freundin Natasha und Söhnchen Noah vorübergehend im Arbeitszimmer untergekommen. „Nachdem ich ihn vom Flughafen abgeholt hatte, gab es noch eine kleine Wiedersehensfeier“, erzählt Konrad Wilczynski, der im Zusammenhang mit den Holländern von „guten Freunden“ spricht. Die Rückkehr von Bult aus Kielce zu seinem alten Verein nach Berlin war derart schnell vollzogen worden, dass diese Notlösung die einfachste Variante gewesen ist. Über allem stand, dass Linkshänder Bult dem Team bereits heute wieder gegen den MT Melsungen (20.15 Uhr in der Schmeling-Halle) helfen soll. „Ich brauche keine lange Anlaufzeit, die taktischen Dinge habe ich ja noch drin“, sagt er.

Und doch, obwohl Bult nur knapp drei Monate abwesend war, ist einiges für ihn anders geworden. „Mark kommt als klare Nummer zwei auf der halbrechten Position, als Ergänzung zu Alexander Petersson“, erklärt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Niemand sehe ihn nun in der Rolle des Heilbringers für den bislang wenig überzeugenden Füchse-Angriff. Noch zu gut sind seine technischen Mängel und Fehlwürfe in Erinnerung. Aber Bult ist auch ein Spieler, der mit seiner körperlichen Präsenz für Druck sorgen kann und vor allem ein Team mit seiner Kampfkraft mitreißen kann. In der vergangenen Saison schaffte er es auch, sich als Torschütze und sicherer Siebenmeter-Werfer zu etablieren.

Das hatte man in Berlin wohlwollend, sogar mit Erstaunen registriert und deswegen seinen Wechsel letztlich auch bedauert. Bult hadert heute nicht mehr damit, dass man ihm keinen neuen Vertrag gegeben hatte. Er ist sehr froh, nachdem sich sein Traum von der Champions League mit Kielce sehr schnell zerschlagen hatte, dass er überhaupt zurückkommen durfte. Zu einer Mannschaft, die nach drei Spielen in der Handball-Bundesliga noch verlustpunktfrei plötzlich zu den Top-Teams gehört. Auch das ist eine völlig neue Situation, die Erwartungen weckt und damit den Druck erhöht. „Deshalb ist dieses Spiel gegen Melsungen für uns auch wichtiger als das am Sonntag gegen den THW Kiel“, sagt Hanning. „Diese Mannschaft hat sich unter dem neuen Trainer offensichtlich noch nicht gefunden, aber sie ist zu einigem fähig.“

Das wird Bult schon von seinem neuen WG-Partner Wilczynski erfahren haben. Auch der Österreicher ist längst seinen Nummer-Eins-Status auf Linksaußen los und muss sich die Einsatzzeiten mit Ivan Nincevic teilen. Aber die Besetzung aller Positionen mit zwei guten Spielern zeichnet nun mal ein starkes Team aus. So ist es kein Wunder, dass Mark Bult sagt: „Meine Rückkehr ist keine persönliche Niederlage, sondern wieder eine große Chance.“

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