Sport : Handel mit Dopingmitteln gestanden Außergerichtliche Einigung im Fall Balco

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San Francisco Im größten Dopingskandal des US-amerikanischen Sports wird es nach einem Schuldeingeständnis des Hauptangeklagten Victor Conte wahrscheinlich keinen öffentlichen Prozess geben. Der Gründer und Betreiber des in die Dopingaffäre verwickelten Balco-Labors in Burlingame (Kalifornien) hat in San Francisco den Handel mit Dopingsubstanzen sowie den Verstoß gegen das Geldwäschegesetz zugegeben.

Nach der außergerichtlichen Einigung will die Staatsanwaltschaft für Conte eine viermonatige Gefängnisstrafe sowie vier Monate Hausarrest und zusätzlich zwei Jahre kontrollierten Freigang beantragen. Gedroht hatten dem Beschuldigten bis zu 25 Jahre Haft und eine Geldbuße in sechsstelliger Höhe. Die Urteilsverkündung soll am 18. Oktober erfolgen. Rechtskräftig werde die Einigung aber nur, wenn sie von der Richterin des zuständigen Distrikts anerkannt wird.

Sollte die Richterin dem zustimmen, müssen die von Conte belasteten Sportler keine Zeugenaussagen machen. Der frühere Rockmusiker und Musikproduzent soll mehr als 30 Athleten und Athletinnen mit verbotenen leistungsstimulierenden Mitteln versorgt haben. Zu den belasteten Sportlern gehören der Baseballstar Barry Bonds von den San Francisco Giants, der ehemalige 100-Meter-Weltrekordler Tim Montgomery und dessen Lebensgefährtin Marion Jones. Die dreimalige Olympiasiegerin von Sydney bestreitet die Einnahme unerlaubter Mittel.

Neben Conte haben sich auch dessen Stellvertreter Fames J. Valente und der Athletiktrainer des Baseballers Bonds, Greg F. Anderson, schuldig bekannt. Valente wird wahrscheinlich mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Anderson droht eine sechsmonatige Gefängnis- strafe. Der vierte Angeklagte, Leichtathletik-Trainer Remi Korchemny, wies jedes Schuldeingeständnis von sich. dpa

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