Sport : Hannawald fliegt zum Mond - Die deutsche Nummer zwei springt aus Schmitts Schatten

Die "Mondfahrt" endete mit einer Sternstunde: Sven Hannawald krönte am Montag in Vikersund mit dem Titelgewinn bei der Skiflug-Weltmeisterschaft sein Comeback im Springer-Zirkus. Mit 179,5 m sowie den Durchgangs-Bestweiten von 188 und 196,5 Metern sammelte der 25 Jahre alte Schwarzwälder 536,8 Punkte. Für den Sieg gab es neben neuem Selbstvertrauen auch 50 000 Mark aus dem deutschen Prämienpool.

Platz zwei belegte der Österreicher Andreas Widhölzl (Österreich/522,6) vor dem Finnen Janne Ahonen (484,1). Martin Schmitt (Furtwangen) musste sich mit dem sechsten Platz begnügen. Sven Hannawald ist der vierte deutsche Skiflug-Weltmeister nach Hans-Georg Aschenbach (1973), Klaus Ostwald (1983) und seinem Vereinskollegen Dieter Thoma (1990). "Endlich habe ich mal was gewonnen", sagte Hannawald. "So weit und so schön zu fliegen ist wie eine Mondfahrt." Der 25-Jährige, vor zwei Jahren in Oberstdorf schon mit Silber hinter Funaki dekoriert, steckte zu Saisonbeginn noch in einem Leistungstief und schaffte mit dem vor der Vierschanzentournee vorgenommenen Skiwechsel die Grundlage für seine Renaissance: "Das wichtigste für meinen Sieg war, dass ich mir immer meine positive Einstellung bewahrt habe, obwohl ich einen Tag später angereist bin und wir hier ein chaotisches Wochenende hatten.

Für Martin Schmitt war die Weltmeisterschaft bereits nach dem ersten Sprung entschieden. 151,5 m reichten nur zu Platz zwölf. "Das ist, wie wenn ein Boxer schon in der ersten Runde auf die Bretter muss. Ich hatte schlechte Bedingungen und Rückenwind", sagte der Weltmeister. Als Vierter nach dem zweiten Durchgang schöpfte der 22 Jahre alte Sieger des Skiflug-Weltcups noch einmal Hoffnung. Aber dann fiel Schmitt an die sechste Position zurück. "Ich war körperlich auch nicht ganz fit", sagte Schmitt und gratulierte artig Hannawald: "Mit Sven hat der Richtige gewonnen." Noch im Auslauf fiel der geschlagene Zimmerkollege ("Ich kann schon verlieren") dem Champion um den Hals. "Ich glaube nicht, dass es zwischen Martin und mir einen Neidfaktor gibt", sagte Hannawald.

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