Hannover 96 : Enke nach Stuttgart?

Das in Schwung geratene Torwart-Karussell verhindert bei Hannover allzu ruhige Weihnachtstage. Robert Enke wird als Nachfolger von Timo Hildebrand beim Bundesliga-Rivalen VfB Stuttgart gehandelt.

Hannover - "Das ist doch logisch, dass ich jetzt mit Stuttgart in Verbindung gebracht werde", sagte Enke. Zugleich machte der 96-Schlussmann den Fußball- Fans in Hannover Hoffnung auf perfekte Festtage: "96 ist und bleibt mein erster Ansprechpartner. Daran hat sich nichts geändert."

Der 29 Jahre alte Torwart nutzte den versöhnlichen Ausklang eines turbulenten Jahres, um am Mittwochabend erstmals seit dem Tod seiner Tochter Lara (2) mit Vertretern der schreibenden Zunft zu sprechen. Das Überwintern im Pokal-Viertelfinale, das Mittelfeldspieler Hanno Balitsch (45.) mit einem strammen Schuss aus fast 25 Metern sicherte, stimmte Enke ebenso zufrieden wie das Abschneiden in der Bundesliga. "20 Punkte sind in Ordnung. Damit können wir absolut zufrieden sein", sagte Enke, der seinen möglichen Verbleib in Hannover auch von der sportlichen Perspektive der Mannschaft abhängig macht.

Vorbehalte gegen 96-Manager Hochstätter

Enkes Berater Jörg Neblung kündigte die nächsten Verhandlungen noch vor Weihnachten an. Er widersprach der Vermutung, ein Vereinswechsel des Nationalmannschafts-Mitgliedes zum Saisonende sei bereits beschlossene Sache. "Wir machen mit 96 keine Pro-Forma-Gespräche. Es gibt Kontakte, aber keine Verhandlungen mit anderen Vereinen", sagte Neblung. Allerdings bekräftigte er Vorbehalte gegen den neuen 96-Manager Christian Hochstätter, mit dem er nicht über die Verlängerung des im Sommer 2007 auslaufenden Enke-Vertrages verhandeln möchte. Bisher war sein Ansprechpartner 96-Präsident Martin Kind. "Das könnte so bleiben", meinte Neblung.

Das Trio Enke, Neblung, Hochstätter kennt sich aus gemeinsamen Zeiten bei Borussia Mönchengladbach. Als 2003 die Rückkehr von Enke an den Bökelberg scheiterte, kam es zum Zerwürfnis der ehemaligen Freunde Neblung und Hochstätter. "Es gab Irritationen, man sollte sich an einen Tisch setzen", sagte Ex-Nationalspieler Hochstätter. Der neue 96-Manager, der sein Amt offiziell am 1. Januar antritt, verfolgte das Pokalspiel an der Seite von Clubchef Kind.

"Das war kurzweilig und hat Spaß gemacht. Die Organisation hat gestimmt. Wir können mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen", stellte Hochstätter fest. Obwohl die 96-Profis zahlreiche Torchancen vergaben, verteilte Trainer Dieter Hecking "Riesenkomplimente" an seine Mannschaft und an fast 40.000 Zuschauer. Viele Fans träumten bereits von der Wiederholung des Pokal-Coups von 1992. "Wir können sowohl auswärts als auch zu Hause gewinnen und im DFB-Pokal noch für Furore sorgen", sagte Hecking. (tso/dpa)

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