Hannover - Cottbus 0:0 : Fußball kann so grausam sein

In einem überaus schwachen Bundesliga-Spiel ertrotzt Energie Cottbus ein 0:0 bei Hannover 96 und damit immerhin den ersten Punkt der Saison.

Karsten Doneck[Hannover]
Hannover 96 - FC Energie Cottbus
Gewürge. Lala, Pinto, Vasiljevic.Foto: dpa

Die Freudenfeste sind Vergangenheit. Kurz vor Weihnachten jubelte ganz Cottbus beim 5:1 gegen Hannover 96 über den höchsten Bundesligasieg des FC Energie überhaupt. Im Rückspiel gelang Hannover mit einem 4:0-Erfolg Revanche und ein freundlicher Saisonabschluss. Wer von den 34 636 Zuschauern in Hannover gestern Abend bei der erneuten Begegnung beider Mannschaften ähnlich klare Verhältnisse erwartet hatte, zog tief enttäuscht heim. Am zweiten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison zeigten Hannover 96 und Energie Cottbus bei ihrem trostlosen, von vielen Pfiffen begleiteten 0:0 nur, dass Fußball manchmal auch recht grausam sein kann.

Dass beide Seiten in der Woche zahlreiche Profis für Länderspiele hatten abstellen müssen, entschuldigt die matten Leistungen nur unzureichend. Am Ende mussten sich die Cottbuser mit zehn Mann dem Druck der Hannoveraner entgegenstemmen. Daniel Ziebig hatte Gelb-Rot gesehen wegen wiederholten Foulspiels. Am Ende hielt Energies Torwart Gerghard Tremmel, von 2002 bis 2004 selbst bei 96 unter Vertrag, das 0:0 bei zwei Chancen des Gegners fest..

Gelb-Rot für Ziebig

Richtig Schwung kam nie in die Partie. Beiden Mannschaften fehlte es spürbar auch an Selbstvertrauen. Kein Wunder, hatten sie doch zum Saisonauftakt beide einträchtig 0:3 verloren: Hannover bei Schalke 04, Cottbus daheim gegen Hoffenheim. Der Gedanke, mit einer neuerlichen Niederlage den Fehlstart komplett zu machen, wirkte lähmend. Hannover 96 besaß lange Zeit noch die geringfügig klarere Spielanlage. Doch deren spielgestaltende Persönlichkeiten Altin Lala, Arnold Bruggink und Szabolcs Huszti mühten sich vergeblich, einen Dauerduck auf das Cottbuser Tor aufzubauen. Am Strafraum des Gegners befiel die Niedersachsen eine erschreckende Einfallslosigkeit, die Fehlpassquote wuchs mit Fortdauer des Spiels in unermessliche Höhen.

Bojan Prasnikar, der Cottbuser Trainer, hatte seine Elf gegenüber dem Fiasko zum Saisonauftakt auf drei Positionen verändert. Ervin Skela, Igor Mitreski und Savo Pavicevic blieben draußen, für sie durften Stiven Rivic, Dusan Vasiljevic und Ivan Radeljic von Anfang an spielen. Die Abwehr, gegen Hoffenheim noch mit katastrophalen Fehlern, arbeitete nicht fehlerfrei, handelte aber in kritischen Situationen durchaus konsequent. Vasiljevic besaß nach gut einer Viertelstunde sogar die Riesenchance, Cottbus in Führung zu bringen, doch als er in abseitsverdächtiger Position frei vor Nationaltorwart Robert Enke stand, verfiel er in Hektik. Enke wehrte den Ball ab.

Nach dem Abpfiff machte sich beim FC Energie doch noch Zufriedenheit breit: Ein Punkt, das war das Ziel. Ziel erreicht - und den Rest sollten alle Beteiligten am besten ganz schnell vergessen.

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