Sport : Hannover dankt Schalkes Papadopulos Grieche erzielt beim 2:2

unglückliches Eigentor

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HANNOVER 96]Der Meister des Grimmigen sah für seine Verhältnisse erstaunlich freundlich aus. „Der große Gewinner“, sagte der mild lächelnde Trainer Huub Stevens, „war heute das Publikum.“ Aber dem sehenswerten 2:2 (1:1) seines FC Schalke 04 bei Hannover 96, das dem Gast den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga verbaute, war auch eine kuriose Personalie vorausgegangen. Stevens hatte mit dem Finnen Teemu Pukki als Ersatz für den verletzten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (Nasenbeinbruch) einen Neuling aufgeboten, der bei seinem ersten Einsatz von Beginn an gleich zwei Tore schoss. Erst morgens hatte der Spieler erfahren, dass er abends spielen darf – Stevens hatte an seiner kurzfristig bekanntgegebenen Personalentscheidung sowie dem gelungenen Auftritt des 21 Jahre alten Pukki sichtlich Freude.

Nur eine Partie hat Pukki benötigt, um als Schalker Retter in Aktion zu treten und sich in die Herzen der Schalker Fans zu spielen. Sein Name ruft sich aber auch wirklich schön. Und seine frechen Dribblings sorgten dafür, dass das Eigentor des Schalkers Kyrgiakos Papadopoulo. und der schöne Treffer des Hannoveraner Angreifers Mohammed Abdellaoue schnell vergessen waren. Pukki stahl zum Abschluss des 12. Spieltages allen die Show und ließ angesichts seines Tempos den ergrauten Schalker Sturmpartner Raul wie einen alten Mann aussehen, der nur noch bedingt von der Stelle kommt. „Einen besseren Einstand kann man sich als Spieler nicht wünschen. Dafür haben wir Pukki aber auch geholt“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt.

Pukki hatte vor 49 000 Zuschauern zwei Dinge offenbart. Schalke kann also auch ohne Huntelaar gefährlich spielen und Tore schießen. Und Pukki hatte bei seinen Treffern in der 26. und 73. Minute einen neuen deutschen Nationalspieler mächtig geärgert. „Es war offensichtlich, dass ich einen Schritt zu spät gekommen bin“, sagte der zerknirschte Ron-Robert Zieler, der am kommenden Freitag in der Ukraine das Tor der deutschen Nationalmannschaft hüten soll. Beim 0:1 durch Teemu Pukki war der Torhüter zu zögerlich aus dem Tor gelaufen und hatte sich vor dem Strafraum von dem Finnen umkurven lassen. Auch beim 2:2 hatte der 22-jährige Torwart die nötige Entschlossenheit vermissen lassen. Doch HANNOVER 96]Ron-Robert/HANNOVER 96] Zieler kehrte noch zu alter Stärke zurück, als er in der Schlussphase zwei große Torchancen für Schalke gekonnt vereitelte.

Auf die Frage, wer neben Werder Bremen und Borussia Dortmund zu den ernstzunehmenden Verfolgern von Bayern München gehört, konnte gestern keine eindeutige Antwort gegeben werden. Es gab nach 90 packenden Minuten zumindest freudigen Applaus für beide Seiten. Gastgeber Hannover 96, in dieser Saison vor heimischem Publikum bereits gegen den Tabellenführer, die Bremer und die Dortmunder siegreich, verblüffte erneut mit einer äußerst pfiffigen Taktik. „Aber wir haben leider nicht die Strategie und Ruhe, um nach einer solchen Führung noch den entscheidenden Konter zu setzen“, sagte Coach Mirko Slomka, der mit seinem Team in dieser Saison noch kein Bundesliga-Heimspiel verloren hat.

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