Hannover - Dortmund 0:3 : Hannover drängt, Borussia Dortmund siegt

Hannover 96 ist gegen Borussia Dortmund keineswegs das schlechtere Team – und verliert dennoch mit 0:3. "Wir haben das sehr souverän zu Ende gebracht", sagt Trainer Jürgen Klopp, der wieder unter besonderer Beobachtung stand.

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Nur am Rande: Jürgen Klopp blieb diesmal für seine Verhältnisse dezent.
Nur am Rande: Jürgen Klopp blieb diesmal für seine Verhältnisse dezent.Foto: Imago

Sein Grinsen zu diesem Tor, mit dem er jeden im Stadion verblüffte hatte, sah schelmisch aus. „Ich wusste, dass ich auf der linken Seite ganz alleine bin“, sagte Robert Lewandowski und klang dabei so, als ob sein Spaziergang durch die Abwehr von Hannover 96 eine Selbstverständlichkeit war. Keiner schaffte es, den Torjäger von Borussia Dortmund zu stören, zu foulen oder aufzuhalten. Lewandowskis sehenswertes Solo in der 52. Minute war die Vorentscheidung auf dem Weg zum 3:0 (1:0)-Auswärtserfolg und eine Frechheit. Das Gala-Tor hatte die hannoversche Hoffnung zerstört, nach einer guten ersten Halbzeit zu einem Erfolgserlebnis gegen den Tabellenzweiten zu kommen.

Der Geniestreich von Lewandowski ergänzte den Dortmunder Führungstreffer von Mats Hummels und das abschließende 3:0 des eingewechselten Marco Reus. 49.000 Zuschauer werden sich hinterher gefragt haben, warum dieses Spiels einen Sieger gefunden hatte, der trotz eines schwachen Starts und weniger Torchancen nicht ins Wanken geriet.

Der Erfolg der Borussia war souverän herausgespielt und doch eine große Ungerechtigkeit. Nicht Borussia Dortmund, sondern Hannover 96 trat lange Zeit dominant auf. „Aber wir haben das Spiel sehr professionell und sehr souverän zu Ende gebracht“, befand Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

Borussia Dortmund trifft, Trainer Jürgen Klopp hält sich zurück

Wegen seiner vielen emotionalen Auftritte in den vergangenen Wochen steht Klopp derzeit unter besonderer Beobachtung. Rund um die Partie in Hannover hätte er gute Gründe gehabt, sich aufzuregen. Aber was auch immer schiefging oder von Schiedsrichter Günter Perl unglücklich entschieden wurde: Klopp bewahrte sich eine erstaunliche Ruhe. Er hob mal seinen Zeigefinger, um mit einem Hin- und Herwackeln Unmut zu äußern – mehr Motzen war nicht. Und er wurde für seine Zurückhaltung belohnt. Wie aus dem Nichts gelang die Führung durch Hummels nach einer Kopfballvorlage von Sokratis. Es war Dortmunds erste Torchance überhaupt.

Der Elan der Dortmunder Elf, die angesichts zahlreicher verletzter Stammspieler nicht zwangsläufig zur nationalen Spitze zählt, hatte sich in Grenzen gehalten. Es waren die Profis von Hannover 96, die zunächst den Ton angaben. Vor allem der frühere Dortmunder Leonardo Bittencourt zeigte so manches freche Dribbling. Im Anschluss an einen Eckball hatte Innenverteidiger Andre Hoffmann einen Schuss an den rechten Pfosten des Dortmunder Tores geschafft.

Aber ohne nominellen Stürmer gelang es Hannover nicht, aus den Vorteilen im Mittelfeld Kapital zu schlagen. Wie man aus wenig deutlich mehr macht, führten auf der Gegenseite Lewandowski und Co. mit beeindruckender Effizienz vor.

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