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Hannover - Dortmund 2:1 : Dortmund kommt nicht auf die Beine

Der Meister aus Dortmund verliert das Auswärtsspiel bei Hannover 96 durch zwei späte Treffer mit 1:2 und rutscht in der Tabelle weiter ab.

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Dider Ya Konan erzielte kurz vor Schluss das Siegtor zum 2:1 und genoss anschließend den Jubel der Fans.
Dider Ya Konan erzielte kurz vor Schluss das Siegtor zum 2:1 und genoss anschließend den Jubel der Fans.Foto: dpa

Kurz den Ball angenommen, aus der Drehung gleich geschossen, und dann war der Mann nicht mehr aufzuhalten. Didier Ya Konan, lange Zeit verletzt und nur aus personeller Verlegenheit bei Hannover 96 wieder zum Stammspieler befördert, legte in diesen Schuss kurz vor dem Abpfiff all seine Wut und Entschlossenheit. Sein 2:1 Siegtreffer in der 89. Minute bestrafte Borussia Dortmund für Nachlässigkeiten in der Schlussphase, die den Deutschen Meister einen schon sicher geglaubten Sieg kosteten. Nach dem Führungstreffer durch den Japaner Shinji Kagawa nach einer guten Stunde hatte sich der Favorit zu sicher gefühlt und die Vorentscheidung verpasst. Hannover dagegen erzwang einen Sieg in den letzten Minuten, weil Karim Haggui per Kopfball in der 87. Minute und kurz darauf Ya Konan voller Entschlossenheit noch trafen.

Für zwei Mannschaften, die sich wenige Tage zuvor noch in internationalen Wettbewerben abgemühten hatten, lieferten sich der Emporkömmling aus Hannover und der Meister aus Dortmund einen intensiven Schlagabtausch. Dem Gastgeber hatte es dabei vor 49.000 gut unterhaltenen Zuschauern gut getan, dass 96-Trainer Mirko Slomka Stammspielern wie Sergio Pinto, Konstantin Rausch und Kapitän Steven Cherundolo zunächst eine Verschnaufpause auf der Auswechselbank gönnte. Die in der Bundesliga eher unbekannten Ergänzungsspieler Henning Hauger und Moritz Stoppelkamp nutzten ihre Bewährungschancen und verlangten den ballsicheren und vor allem in der ersten Halbzeit feldüberlegenen Dortmundern alles ab.

In der Frage, wem es denn wohl gelingen würde, angesichts von Veränderungen der Startelf auf höherem Niveau zu rotieren, hatte der Meister eindeutig die Nase vorn. Dass Borussen-Trainer Jürgen Klopp die gesperrten Mario Götze und Sebastian Kehl ersetzen musste, fiel zunächst nur bedingt auf. Die Dortmunder setzten die Hannoveraner pausenlos unter Druck und hatten durch Ivan Perisic, Jakub Blaszczykowski und Robert Lewandowski als einziger echte Spitze viele gute Torchancen. Aber immer wieder stellte sich ihnen ein junger Mann in den Weg, der unter Beobachtung steht. Bundestrainer Joachim Löw verfolgte von der Tribüne aus ganz genau, was 96-Torhüter Ron-Robert Zieler alles kann. Und der 22-Jährige zeigte erneut ein tadelloses Spiel und war der gewohnt sichere Rückhalt einer Mannschaft. Zieler hatte allerdings angesichts des druckvollen Spiels der Dortmunder kaum Gelegenheit, für ein paar Sekunden einmal ruhig durchzuatmen.

Die Auftritte an der Seitenauslinie von Ralf Blume, den Hannover 96 als Physiotherapeut beschäftigt, sind ein sicheres Signal dafür, wie stark die Spieler der Niedersachsen beansprucht sind. Gestern begann der fleißige Helfer schon zehn Minuten vor der Halbzeit damit, seine kleinen Plastikbeutelchen in die Höhe zu halten. Eine aufpäppelnde Flüssigkeit, die vor allem sehr lauffreudige Spieler in sich hineinlutschen, soll neue Kräfte verleihen. Die meisten Beutel verdiente sich gestern der wieselflinke Stoppelkamp, der in vielen Testspielen als Weltmeister im Toreschießen aufgefallen war, seitdem aber nicht mehr zum Zuge kam. Gegen die Dortmunder war dem früheren Zweitligaspieler von Rot-Weiß Oberhausen viel Bewegungsdrang anzusehen. Stoppelkamp und seine Mitstreiter rannten unaufhörlich – und wurde am Ende belohnt. Nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg den amtierenden Meister in das Mittelmaß der Tabelle zu schießen, bereitete den hannoverschen Profis ein ganz besonderes Vergnügen.

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