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Hannover - Hoffenheim 2:0 : Der Traum geht weiter

Hannover 96 behauptet durch einen 2:0-Sieg über Hoffenheim den dritten Tabellenplatz sowie den Vorsprung auf die Bayern - und bindet seine Leistungsträger langfristig.

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Das Dutzend ist voll. Mit seinem zwölften Saisontor schoss Didier Ya Konan seinen Klub Hannover 96 gegen die TSG Hoffenheim in Führung – Hannover bleibt auf Rang drei der Tabelle.
Das Dutzend ist voll. Mit seinem zwölften Saisontor schoss Didier Ya Konan seinen Klub Hannover 96 gegen die TSG Hoffenheim in...Foto: dapd

Der Entscheider von der Außenlinie war sehr bemüht, dem euphorischen Fan-Gesang vom „Europapooookaaaal“ etwas Sachliches entgegenzusetzen. „Es wäre vermessen zu sagen, dass wir in die Champions League wollen. Aber wir werden darum kämpfen“, sagte Mirko Slomka, der mit Hannover 96 von einem Rekord zum nächsten eilt. Noch nie in ihrer Vereinsgeschichte haben die Niedersachsen 50 Punkte in einer Saison der Fußball- Bundesliga anhäufen können. Durch den 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim ist diese Marke bereits am 27. Spieltag erreicht. „Jetzt müssen wir um Europa spielen. Es kann kein anderes Ziel geben“, sagte Verteidiger Karim Haggui, dessen Vertragsverlängerung nach dem Spiel bekannt gegeben wurde. Christian Schulz (wie Haggui bis 2014) sowie Sofian Chahed und Ersatzkeeper Markus Miller (beide bis 2013) verlängerten ebenfalls.

Im Kampf um die historische Chance, mit einem ganz großen Außenseiter der Liga in einen europäischen Wettbewerb einziehen zu können, überlässt Trainer Slomka nichts dem Zufall. Sein Ehrgeiz sorgt sogar dafür, dass er sich über den Rat seiner medizinischen Abteilung hinwegsetzte und darauf bestand, dass der lädierte Stürmer Didier Ya Konan vorzeitig wieder ins Training und damit in die Stammelf zurückkehrte. Der Ivorer plagt sich seit Wochen mit einer schmerzhaften Reizung im Knie und musste zuletzt drei Wochen lang geschont werden. Für das Spiel gegen Hoffenheim aber forderte Slomka, dass Ya Konan wieder gesund geschrieben wird, weil „keinerlei Risiko bestand“. Auch Ya Konan selbst wollte unbedingt wieder spielen, und dass er kurz vor der Pause nach einem klugen Pass von Manuel Schmiedebach das 1:0 für Hannover erzielte, fügte seiner Krankenakte ein wundersames Kapitel hinzu.

Der Treffer von Ya Konan und das Tor seines Sturmpartners Mohammed Abdellaoue zum vorentscheidenden 2:0 gleich nach der Pause fielen nach Kontern. Der gesamte Spielverlauf war ein weiterer Beleg dafür, wie gnadenlos effektiv die Spielweise von Hannover 96 ist. Gegen die Hoffenheimer, die den Niedersachsen technisch und spieltaktisch eigentlich überlegen sind, wartete Slomkas Mannschaft wie gewohnt auf Fehler des Gegners, um dann überfallartig zuzuschlagen. Ya Konan benötige nur eine kurze Berührung des Balles mit der Fußspitze, um Hoffenheims Torhüter Tom Starke zu überlisten. Der Treffer fiel nach einer Phase, in der beide Mannschaften zunächst wenig zugelassen hatten, ein erlösender Treffer. Danach mussten auch die Hoffenheimer die bittere Erfahrung machen, dass man Hannover 96 im eigenen Stadion besser nicht in Führung gehen lassen sollte.

Voller Lauf- und Einsatzfreude kämpfte der Gastgeber um jeden Ball und zeigte sieben Tage nach der 0:4-Niederlage beim 1. FC Köln wieder eine überzeugende Leistung. Erst in der Schlussphase schlichen sich vereinzelte Fehler in das Spiel der Hannoveraner ein. Aber die TSG Hoffenheim hatte vor allem in der Offensive einen schwachen Tag erwischt. Nach dem Heimsieg gegen Tabellenführer Borussia Dortmund trat sie viel zu harmlos auf. „Hannover ist eine der besten Kontermannschaften der Liga und unglaublich effektiv“, sagte Hoffenheims Trainer Marco Pezzaiuoli voller Neid und Anerkennung zugleich. „Wir brauchen sehr viele Möglichkeiten, um ein Tor zu erzielen. 96 nicht.“

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