Hannover - Mainz : Jubelläufe nach Europa

Mit jedem seiner Jubelläufe wird die Euphorie in Hannover größer. Das Team siegt 2:0 gegen Mainz und ist nun Dritter.

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Vergebliche Mühe. Die Mainzer Abwehr um Malik Fathi (l.) konnte Hannovers Angriffe nur selten abwehren.
Vergebliche Mühe. Die Mainzer Abwehr um Malik Fathi (l.) konnte Hannovers Angriffe nur selten abwehren.Foto: dpa

Wann immer Didier Ya Konan sich mit erhobenen Zeigefingern auf den Weg zur Fankurve macht, stimmen die Fans von Hannover 96 ihre Gesänge vom „Europapokal“ an. So auch gestern. Im Spiel gegen den FSV Mainz 05 konnte sich Hannovers Anhang erneut auf Ya Konan verlassen. Der Ivorer sorgte mit seinem 1:0 dafür, dass Hannover 96 beruhigend in Führung ging und dank eines 2:0 (1:0)-Heimsieges einen Auftritt im europäischen Fußball so gut wie sicher hat. Ein Elfmetertor von Ya Konan und ein Distanzschuss von Sergio Pinto machten den wichtigen Erfolg für Hannover möglich. Die Mainzer dagegen laufen Gefahr, im Niemandsland der Tabelle stecken zu bleiben.

Der Zeitpunkt für Ya Konans 13. Saisontor hätte nicht besser gewählt werden können. Sekunden vor der Halbzeitpause hatte Mittelfeldspieler Pinto wohl alle im Stadion mit einem eleganten Außenrist-Pass verblüfft. Der Portugiese hatte den Ball so gekonnt in die Spitze gespielt, dass der Mainzer Verteidiger Nikolce Noveski im Zweikampf mit Mohammed Abdellaoue in allergrößte Not kam. Was auf den ersten Blick nach einem harten Zweikampf aussah, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Foul an Hannovers Stürmer. Den fälligen Elfmeter verwandelte Abdellaoues Kollege Ya Konan frei von jeder Unsicherheit und brachte Hannover damit zu einem dieser psychologisch wichtigen Zeitpunkte in Führung. Noveskis Foul wertete Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer als Notbremse, so dass der Mainzer als Strafe auch noch die Rote Karte gezeigt bekam.

Das Duell zwischen Hannover und Mainz war über weite Strecken ein zähes Ringen, weil beide Trainer für sich in Anspruch nahmen, keinen taktischen Fehler begehen zu wollen. Sowohl Hannovers Coach Mirko Slomka als auch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hatten ihrem Team angesichts der Konterstärke des Gegners eine zurückhaltende Spielweise verordnet. Dementsprechend wenig Torchancen und wirklich mutige Angriffe gab es zu Beginn auch zu beklatschen. Die Gäste hätten zumindest nach einem Eckball in der 34. Minute in Führung gehen können, als ein Kopfball von Sami Allagui von 96-Kapitän Steven Cherundolo auf der Torlinie abgewehrt werden musste. Auf der anderen Seite war Hannover wie gewohnt dann gefährlich, wenn Ya Konan seine Schnelligkeit ausspielen konnte. Der Torjäger von der Elfenbeinküste umkurvte die Mainzer Innenverteidigung mehrfach, wirkte aber bei seinen Schüssen und Hereingaben – abgesehen vom Elfmeter – zu unkonzentriert. Dass die Fans in Hannover ihren Liebling aber erneut voller Bewunderung feierten, lag an seiner Treffsicherheit und an seinem unermüdlichen Einsatz. Ya Konan, den bei 96 alle nur liebevoll „Dieter“ nennen, ist und bleibt der Erfolgsgarant für die Niedersachsen. „Wir wollen alle nach Europa“, hatte der Ivorer in den vergangenen Wochen immer wieder betont. Seinen entschlossenen Worten ließ er gegen die Mainzer wieder einmal Taten und ein Tor folgen. Pinto erzielt noch das 2:0.

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