Sport : HANSA ENTLÄSST EILTS

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Dieter Eilts

Als Dieter Eilts am Freitagabend die 2:3-Niederlage gegen den FC St. Pauli analysierte, da war er schon nicht mehr Trainer des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock. Noch vor der Pressekonferenz im Stadion am Millerntor hatte Rostocks Neu-Manager René Rydlewicz den 44-Jährigen über dessen Entlassung informiert. Dass Eilts gehen musste, kam nicht überraschend. Rydlewicz hatte angekündigt, dass Eilts nur im Falle eines Sieges bei St. Pauli seinen Job vorläufig behalten dürfe.

Eilts vermied jede Kritik, als er zu den Umständen seiner Entlassung nach nur 104 Tagen im Amt Stellung nahm. „Es gab eine klare Ansage vom Verein. Deshalb ist das auch nicht weiter zu kommentieren“, sagte er. Dennoch ließ sich erahnen, wie gestört das Verhältnis zwischen Klubführung und Trainer längst gewesen sein muss. Eilts und Rostock – das passte zu keiner Zeit. Eilts fand kein Mittel gegen die sportliche Talfahrt, die unter dem im November 2008 entlassenen Frank Pagelsdorf begonnen hatte. Unter der Regie von Eilts gewann der FC Hansa nur ein einziges Pflichtspiel. Seit mehreren Wochen steht der Klub bereits auf einem Abstiegsplatz.

Der Niedergang ist jedoch nicht allein Eilts anzulasten. Er scheint auch Opfer der zurzeit chaotischen Umstände bei Hansa zu sein. Erst vor einer Woche wurde Manager Herbert Maronn in einer Nacht- und Nebelaktion des Amtes enthoben. Am Freitag verkündete dann vor dem St.-Pauli-Spiel der umstrittene Aufsichtsratschef Adalbert Skambraks auf Druck der Rostocker Anhänger seinen Rücktritt. Und das Stühlerücken wird wohl weitergehen: Ob dessen fragwürdigen Krisenmanagements scheinen auch die Tage von Dirk Grabow als Hansa-Klubchef gezählt. Daran wird wahrscheinlich ein neuer Trainer – als Top-Favorit gilt Andreas Zachhuber, der Rostock schon mal in der Bundesliga trainierte – nichts ändern. heb

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