Sport : Hansa ist auswärts nicht zu schlagen

Auch in Bremen bleiben die Rostocker ohne Gegentor – wie stets in fremden Stadien in dieser Saison

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Von Martin Breutigam

Bremen. Die phänomenale Nullserie des FC Hansa Rostock hält an. Nach zuletzt drei Auswärtssiegen ohne Gegentor erreichten die Rostocker gestern ein glückliches 0:0-Unentschieden beim SV Werder Bremen. Für Rostocks Torwart Mathias Schober, der etliche Bremer Chancen vereitelte, ist die Diskrepanz zwischen der derzeitigen Stärke in der Fremde und der eigenen Heimschwäche kein Zufall: „Auswärts brauchen wir nicht das Spiel zu machen, da können wir kontern. Wenn wir zu Hause so spielen wollen, pfeifen unsere Zuschauer leider sehr schnell."

Aus gutem Grund verzichtete Hansa also bei den erstarkten Bremern weitgehend auf eigene Angriffsbemühungen, schließlich wisse man, so Trainer Armin Veh, „was wir können und was wir nicht können". Natürlich sei er mit dem Ergebnis zufrieden, mit dem Spiel nach vorn jedoch nicht. Umgekehrt fiel das Fazit seines Trainerkollegen Thomas Schaaf aus: Er habe erwartet, dass der Gegner „die ganze Zeit hinten drin steht" und lobte seine Mannschaft für das „Anrennen bis zur 90. Minute". Dass es diesmal nicht zu einem Tor reichte, habe an der fehlenden Frische gelegen.

Und an den Qualitäten des Gegners. Denn schon in der ersten Halbzeit offenbarte sich den 32 300 Zuschauern im Weserstadion ein großer Unterschied zum Uefa-Cup-Spiel am vergangenen Donnerstag. Zwar stand die gleiche Werder-Elf wie beim 8:0-Coup gegen Metallurg Donezk auf dem Rasen, doch der Widerstand war gestern spürbar härter. Zumindest bis zur Halbzeitpause erwies sich Hansas Viererkette, in die diesmal Michal Kovar für den an der Achillessehne verletzten Jochen Kientz gerückt war, als beinahe undurchlässig. Lediglich ein Kopfball von Frank Verlaat brachte Gefahr für Schobers Tor.

Bremens holländischer Abwehrchef war einer der stärksten Werderaner, vor allem, weil er etliche leichtsinnige Abspielfehler seiner Kollegen korrigierte. „Ich weiß auch nicht genau, warum bei uns viele so unkonzentriert waren", sagte Verlaat. „Wir waren von den Spielen in dieser Woche wohl etwas müde." Dennoch hätte es, so Verlaat, angesichts der vielen Tormöglichkeiten in der zweiten Halbzeit zu drei Punkten reichen müssen. Ein kleine Chronik der Bremer Großchancen: In der 54. Spielminute versuchte es Krisztian Lisztes mit einem 40-m-Heber, doch Schober gelang es, den Ball im Rückwärtslaufen übers Tor zu fausten. Als sich Angelos Charisteas nach gut einer Stunde an der Mittellinie durchsetzte und Ailton den Ball in den Lauf spielte, scheiterte dieser bei dem Versuch, den Ball an dem herausstürmenden Schober vorbei ins Tor zu schieben. Und Charisteas vergab danach selbst dreimal in aussichtsreichen Positionen.

Doch auch die Rostocker sollten noch eine Siegchance bekommen. Nach einem wiederholten Abspielfehler von Bremens Viktor Skripnik enteilte Marco Vorbeck seinem Gegenspieler Paul Stalteri, doch Vorbecks Schuss strich rechts am Tor vorbei. „Wenn er da einfach quer gespielt hätte, hätte Rade Prica das 1:0 für uns gemacht und wir wären hier vielleicht als Sieger vom Platz gegangen", kritisierte Trainer Veh. Auch Werders Manager Klaus Allofs hatte in dieser Szene einen Schreck bekommen: „Das wäre nicht das erste Mal, dass eine überlegene Mannschaft so ein Spiel verliert", sagte Allofs und warnte im gleichen Atemzug vor zu großen Erwartungen. „Rostock hat es sehr eng gemacht, wir hatten trotzdem viele Chancen. Es hat aber diesmal nicht gereicht, also müssen wir auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein."

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