Sport : Hansa Rostock hat bei den späten Transfers Glück

Gert Glaner

Der Hauptgang bot wieder einmal nur Kantinenkost, erst das Dessert machte das Menü schmackhaft. Hansa Rostock musste auch in dieser Saison "nachbestellen", um in Deutschlands Eliteliga konkurrenzfähig zu sein. Das Trio Christian Brand, Steffen Baumgart und Sven Benken, im Oktober von den Liga-Kontrahenten aus Wolfsburg und Bremen geholt, sowie der im November aus der italienischen Serie A transferierte Schwede Marcus Lantz (AC Turin) halfen entscheidend mit, dass Hansa bei Bundesliga-Halbzeit auf Rang 14 mit 20 Punkten im Soll liegt.

Mehr als vier Millionen Mark ließen sich die Hanseaten das Quartett kosten. Und das war trotz der Millionen-Einnahmen aus den Verkäufen von Oliver Neuville und Marko Rehmer angesichts des schmalen Hansa-Budgets enorm viel. "Wir müssen uns jedes Mal genau überlegen, wie wir investieren und ob es wirklich die gesuchten Verstärkungen sind", meinte Schatzmeister Manfred Wimmer. Der 44-jährige Diplom-Betriebswirt ist seit seinem Amtsantritt im Mai 1996 gewohnt, jede Mark zwei Mal umzudrehen, bevor sie ausgegeben wird.

Besonnenheit und Sparsamkeit in der Rostocker Chefetage haben sich längst ausgezahlt, und ihr glückliches Händchen dazu. Denn seit dem Wiederaufstieg 1995 tätigte der mecklenburgische Traditionsverein 13 Nachkäufe, die sportlich ausnahmslos einschlugen. Mehr noch: Einige Akteure setzten sich so nachhaltig in Szene, dass sie mit erheblichem Zugewinn weiterveräußert werden konnten. Der heutige Wolfsburger Jonathan Akpoborie machte den Anfang. Im Januar 1996 vom SV Waldhof Mannheim ausgeliehen und später für insgesamt gut zwei Millionen Mark gekauft, war der Nigerianer dem VfB Stuttgart im Sommer 1997 auch für fünf Millionen Mark nicht zu teuer. Verteidiger Rehmer, der im Januar 1997 für 150 000 Mark vom 1. FC Union Berlin gekommen war, stürmte in die Nationalelf und erhöhte seinen Marktwert so auf sieben Millionen Mark, die Hertha BSC vor dieser Saison auf das Hansa-Konto überwies.

Der sportliche Gewinn lässt sich ganz genau beziffern. Akpoborie, Rehmer und Neuville hatten oder haben in Rostock wie etwa auch Pieckenhagen, Yasser, Wibran, Emara und eben das Newcomer-Quartett aus dieser Saison maßgeblichen Anteil daran, dass Hansa Rostock auch das fünfte Bundesliga-Jahr hintereinander erfolgreich bestehen kann.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben