Sport : Hanseatische Geduld

Der HSV siegt in Bielefeld durch späte Tore 2:0

Karsten Doneck

Bielefeld - Fußball ist manchmal auch ein Geduldsspiel. So verlegte sich der Hamburger SV in der Schüco-Arena zu Bielefeld erst einmal aufs Abwarten. Arminia Bielefeld, der Gastgeber, versuchte nach Kräften, Druck aufzubauen, kam auch zu ein paar Torchancen, aber als sich die Partie dem Ende neigte, schlug der HSV zu. 2:0 (0:0) siegten die Hamburger durch zwei späte Tore. Die Führung gelang Sergej Barbarez mit einem sicher verwandelten, ganz und gar unstrittigen Foulelfmeter, in letzter Minute zirkelte Rafael van der Vaart einen Freistoß in den Bielefelder Torwinkel zum Endstand.

Zumindest die Einstellung beim Sieger fand Thomas Doll rundum lobenswert. Seine Elf habe „kompakt gestanden und wenig zugelassen“, lobte der HSV-Trainer. Der HSV hat nun, den UI-Cup inklusive, neun Pflichtspiele in Serie gewonnen, dabei ganze zwei Gegentore kassiert. Gegen Bielefeld merkte man der Mannschaft aber an, dass die Belastung der jüngsten Wochen groß gewesen ist. Der Kombinationsfluss war bei den Hamburgern recht schleppend, die Aktionen oft umständlich angelegt. Die Arminia beeindruckte ihren Gegner anfangs mit forschem Kampf. Vor allem Sibusiso Zuma stiftete über die rechte Angriffseite in der HSV-Abwehr Unruhe. Zumas Gegenspieler Timothee Atouba hatte in den sehenswerten Zweikämpfen erstaunliche Probleme. „Wir hatten Gelegenheiten für drei, vier Tore“, ärgerte sich Bielefelds Trainer Thomas von Heesen, der einst in einer erfolgreichen Ära des HSV Mitte der Achtzigerjahre selbst das Trikot mit der Raute getragen hat.

Der auf dem Platz gestern nicht unbedingt spürbare Unterschied zwischen beiden Mannschaften wird indes in der Tabelle deutlich. Bielefeld hat in zwei Spielen noch keinen Punkt geholt, der HSV dagegen sechs Punkte. „Wir verlieren nicht die Nerven", verspricht Bielefelds von Heesen. Und Hamburgs Doll sagt: „Wir können sehr, sehr optimistisch in die Zukunft schauen.“

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