Sport : Happy Birthday

Phelps gewinnt am 27. Geburtstag bei den Trials über 200 Meter Lagen und gegen Rivale Lochte.

Glückwunsch, Kumpel. Ryan Lochte (oben) war neun Hundertstel Sekunden langsamer als sein Rivale Michael Phelps (unten). Foto: dpa Foto: AFP
Glückwunsch, Kumpel. Ryan Lochte (oben) war neun Hundertstel Sekunden langsamer als sein Rivale Michael Phelps (unten). Foto: dpaFoto: AFP

Omaha - Die Kameraleute sangen ihm ein Ständchen, im Publikum gab es zahlreiche „Happy Birthday“-Schilder, und Michael Phelps bedankte sich dafür mit Glanzzeiten: An seinem 27. Geburtstag hat der Schwimm-Star einmal mehr seine Klasse unter Beweis gestellt. Zwei Starts, zwei Weltjahresbestzeiten – besser hätte es für ihn am Samstag (Ortszeit) bei den Olympia-Ausscheidungen der US-Schwimmer in Omaha/Nebraska nicht laufen können.

Zunächst revanchierte sich Phelps über 200 Meter Lagen bei Weltmeister Ryan Lochte für die Halbfinal-Niederlage am Tag zuvor. „Es ist ein schönes Gefühl, zurück auf der Siegerseite zu sein“, sagte Phelps. Nach 1:54,84 Minuten schlug der 14-malige Olympiasieger aus Baltimore an und war damit 9/100 Sekunden schneller als Lochte. Wie schon über die 200 Meter Freistil hatte sein Dauerrivale im Halbfinale noch vorn gelegen. Anschließend analysierte Phelps im Videostudium sein Rennen und sah vor allem bei der Brustwende Schwächen. Und als es im Endlauf drauf ankam, stellte er die Mängel ab und die alte Rangordnung wieder her.

Dabei profitierte Phelps von Lochtes Marathon-Programm. Der ebenfalls 27-Jährige hatte sich erstmals ein Trials-Triple auferlegt: drei Rennen in 58 Minuten und zwischendurch noch eine Siegerehrung. Kein Wunder, dass er anschließend von den „wahrscheinlich größten Wettkampf-Qualen“ seiner Karriere sprach. „Du hast viele Schmerzen, ich würde so etwas nie wieder machen“, betonte Phelps, der 2004 bei den Trials ebenfalls einen Dreifach-Einsatz innerhalb einer Stunde hingelegt hatte.

27 Minuten vor dem Duell mit Phelps war Lochte bereits in 1:54,54 Minute zum Titel über die 200 Meter Rücken geschwommen. Nach einem solchen Rennen, betonten beide Stars unisono, „sind deine Beine leer“. Im Lagen-Duell mit Phelps lag Lochte dennoch bis kurz vor Schluss gleichauf, hatte aber den schlechteren Anschlag. Anschließend folgte das Halbfinale 100 Meter Schmetterling.

Warum er erstmals diese Strecke schwimmt? „Ich wollte einfach mal was anderes machen“, sagte Lochte betont locker. In 52,47 Sekunden zog er als Sechster in den Endlauf ein. Phelps indes setzte im zweiten Halbfinale mit 51,35 Sekunden ein Zeichen und blieb eine Zehntelsekunde unter der Jahresbestmarke des Olympia-Zweiten Milorad Cavic (Serbien).

Die zweite Topzeit innerhalb von 24 Stunden stellte Rebecca Soni auf. Im Finale über 200 Meter Brust dominierte die Olympiasiegerin und unterbot in 2:21,13 Minuten ihre Weltjahresbestzeit aus dem Halbfinale noch einmal um 32/100 Sekunden. Die US-Kontrahentinnen von Britta Steffen waren hingegen langsam unterwegs. Jessica Hardy gewann die 100 Meter Freistil in 53,96 Sekunden. Somit blieb sie 31/100 Sekunden über der Saisonbestmarke der Berliner Weltrekordlerin.

Der Olympia-Traum von Altmeisterin Janet Evans endete im 800 Meter Freistil-Vorlauf. Als 53. verpasste die 40-Jährige in 9:01,53 Minuten klar das Finale. Zuvor war die viermalige Olympiasiegerin über 400 Meter Freistil ebenfalls deutlich gescheitert. Evans hatte ihre Karriere 1996 beendet, Anfang des Jahres jedoch ein Comeback gewagt. dpa

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