Sport : Harmonie bis in den Abend

Herthas Mitglieder feiern Trainer Meyer und Götz

André Görke

Berlin - Der Applaus hallte durch den Saal 1 des ICC. Die Menschen erhoben sich von den Plätzen, sie klatschen, der scheidende Trainer Hans Meyer stand auf der Bühne, dann ergriff Herthas neuer Trainer Falko Götz kurz das Wort: „Ich verspreche: So eine Saison werden wir nie mehr erleben!“ Das wollten alle hören – und so war es auch geplant.

Bis spät in die Nacht saßen die Mitglieder des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC am Montag bei der Vereinsversammlung zusammen. Der Aufsichtsrat und Beteiligungsausschuss mussten gewählt werden. Manager Dieter Hoeneß räumte Fehler ein und fand, dass die „Hinrunde das Schlechteste war, was ich im Fußball erlebt habe“. Dann mahnte er Geschlossenheit und Kontinuität an, das unausgesprochene Motto des Abends. Auch Präsident Bernd Schiphorst bemühte sich in diesem Sinne und rief: „Wir wollen doch keine Zustände wie bei 1860 München.“ Vor der Mitgliederversammlung war auch aus Reihen der Mitglieder über Konsequenzen diskutiert worden, der Aufsichtsrat des Vereins, wichtigste Stütze von Manager Hoeneß, sollte abgestraft werden. Bis zum späten Abend hatte niemand im Saal das Wort gegen die Verantwortlichen gerichtet, aber 22 Mitglieder stellten sich der Gremienwahl, die erst nach Redaktionsschluss stattfand.

Dass die Veranstaltung lange nach dem Geschmack der Vereinsführung verlief, lag vor allem am Auftritt von Hans Meyer. „Ich möchte mich im Namen meiner Enkel für die Nichtabstiegsprämie bedanken“, sagte er im gewohnt ironischen Ton. Die Mannschaft, die Hoeneß gestern kurz auftreten ließ, verabschiedet sich jetzt in die Sommerpause. Die Planungen im Hintergrund laufen. So kalkuliert Hertha in der kommenden Saison mit einem Etat von 54,7 Millionen Euro und einem einstelligen Tabellenplatz. Die Mannschaft wird um zwei, drei Spieler verstärkt. Hertha sucht einen spielstarken Mittelfeldspieler und einen Stürmer. Und Hans Meyer darf sich als Scout darum kümmern.

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