Sport : Hart an der Grenze

Helen Ruwald

Ein denkwürdiger Tag war der 21. Dezember 1996, das Viertelfinale gegen Ulm - auch wenn die Protagonisten es damals gar nicht wussten. Alba Berlin bestritt ein Pokalheimspiel, das letzte für lange Zeit. Gestern war es nach mehr als fünf Jahren wieder soweit: Heimspiel im Pokal-Viertelfinale gegen die Bayer Giants Leverkusen. Ein Heim-, aber kein Glückslos, hatten die Gäste doch das Bundesligaspiel im Dezember in der Max-Schmeling-Halle gewonnen. Doch wenige Tage nach dem Sieg beim Bundesliga-Spitzenreiter Köln gewann Alba vor 3681 Zuschauern in einem harten Spiel, in dem sich die Spieler am Ende fast prügelten, 80:74 (41:40) und ist für das Final Four am 13./14. April qualifiziert. Dort treffen die Berliner auf Frankfurt, Trier und Oldenburg. Der Austragungsort steht noch nicht fest.

Bei Alba spielte der zuletzt grippekranke Derrick Phelps genauso von Beginn an wie Jörg Lütcke, der sich in Köln einen Finger ausgerenkt hatte. Die Partie war sehr emotionsgeladen. Alba lag gegen den Tabellenfünften der Bundesliga nach dem ersten Viertel 20:24 zurück. Stefano Garris war es, der den - vorübergehenden - Umschwung brachte. Mit acht Punkten in Folge bescherte er Alba die Führung. Doch die Gäste antworteten mit einer 9:2-Serie, ehe sich die Berliner bis zur Pause doch eine Ein-Punkt-Führung erkämpften. Beide Teams trafen schlecht, die Feldwurfquote von Albas Center Dejan Koturovic betrug nur 14 Prozent. Leverkusen erhielt und verwandelte deutlich mehr Freiwürfe. Die zweite Halbzeit begann mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen von Leverkusens John Best - ein Rückstand, den Alba im dritten Viertel (53:58) nicht mehr aufholen konnte.

Das Spiel wurde immer härter, die Zuschauer brüllten - im Basketball untypisch - "Schieber", selbst Albas Präsident Dieter Hauert beteiligte sich an dem Pfeifkonzert. Nach einem groben Foul von Albas George Zidek an George Best attackierte dieser Zidek. Die Situation eskalierte. Mehrere Spieler gingen aufeinander los, beteiligt waren von Albas Seite Pesic, Lütcke, Rödl und Zidek. Dieser wurde ausgewechselt und hielt sich die rechte Hand, an der er gerade erst eine schwere Verletzung überwunden hatte. Frenetisch feierten die Zuschauer das fünfte Foul von Best, für den das Spiel damit beendet war. Insgesamt verkraftete Alba die Unruhe besser und zog auf und davon, angetrieben von Wendell Alexis, der den Ball eins ums andere Mal im Korb versenkte - bis der Sieg feststand.

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