Sport : Harte Strafe für Neuendorf

Die Uefa sperrt Herthas Mittelfeldspieler für vier Europapokal-Spiele

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Von Klaus Rocca

Berlin. Andreas Neuendorf war geschockt. „Da bin ich geplättet. Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte der Mittelfeldspieler von Hertha BSC, als er das Strafmaß für seinen Feldverweis beim Uefa-Cup-Rückspiel gegen den FC Aberdeen erfuhr. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) sperrte ihn für vier Spiele. „Mit drei Spielen hatte ich gerechnet, auf zwei gehofft“, gestand Neuendorf. Er fällt damit erst einmal für die beiden Partien der zweiten Runde gegen Apoel Nikosia aus, die am 31. Oktober (15.00 Uhr) auf Zypern und am 7. November in Berlin (voraussichtlich 18.00 Uhr) stattfinden. Sollte Hertha auch die nächste Runde erreichen, müsste er auch dann zwangspausieren.

Neuendorf, im Rückspiel gegen Aberdeen zuvor bereits mit der Gelben Karte bedacht, hatte den Schotten Philipp McGuire in der 38. Minute mit einem Kopfstoß zu Boden gestreckt. Der polnische Schiedsrichter Grzegorz Gilewski hatte sofort die Rote Karte gezogen. „Natürlich war das eine Dummheit von mir. Aber die muss nicht gleich mit solch einer langen Sperre bestraft werden. Neulich habe ich bei einem Champions-League-Spiel einen viel schlimmeren Kopfstoß gesehen, und der Übeltäter wurde nur für drei Spiele gesperrt“, sagte Neuendorf gestern.

Herthas Verantwortliche waren dennoch über Neuendorfs Entgleisung erbost. „Das war ganz dumm von ihm. Damit hat er uns einen schlechten Dienst erwiesen“, sagte Trainer Huub Stevens. Und Manager Dieter Hoeneß kritisierte: „Das wird vereinsintern Konsequenzen haben. So etwas dürfen wir uns nicht gefallen lassen.“ Die Konsequenzen sahen so aus, dass Neuendorf Geld in die Mannschaftskasse zahlen musste. Über die Höhe wurde nichts bekannt. Der reumütige Sünder selbst spendierte seinen Teamkameraden ein Essen und wird die Prämie für das Spiel gegen Aberdeen ebenfalls in die Mannschaftskasse stecken.

Nach Neuendorfs Feldverweis musste Hertha in der Partie am 1. Oktober bis zur 66. Minute in Unterzahl spielen. Dann gab es den numerischen Gleichstand, weil Aberdeens Franzose Eric Deloumeaux mit der Gelb-Roten Karte ebenfalls des Feldes verwiesen wurde. In der 89. Minute gelang Michael Preetz, kurz zuvor eingewechselt, das entscheidende Tor zum 1:0.

Nicht nur Neuendorf, auch der Verein wurde von der Uefa bestraft. Hertha muss 10 000 Schweizer Franken zahlen. Der Verband ahndete damit das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im Spiel gegen Aberdeen. Außerdem wurde das verbale Anspornen der Fans durch den Stadionsprecher als „unsportlich“ eingestuft. Ob Hertha gegen diese Geldstrafe und gegen die Sperre Neuendorfs Einspruch einlegen wird, war gestern noch unklar. „Wir müssen erst die schriftliche Begründung der Uefa abwarten“, sagte Geschäftsführer Ingo Schiller. „Die Strafe für Neuendorf erscheint mir aber doch sehr hoch.“ Hertha war von der Uefa über die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Spiel gegen Aberdeen informiert worden und hatte eine schriftliche Stellungnahme abgeben müssen.

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