Sport : Harte Worte bei den Füchsen

Vor dem zweiten Spiel spricht Handball-Trainer Lommel Missstände offen an

Hartmut Moheit

Berlin - Eigentlich sind Petr Stochl und Martin Galia sehr gut befreundet. Insbesondere auf Reisen mit der tschechischen Handball-Nationalmannschaft verstehen sich beide Torhüter ausgezeichnet. „Da spielt es keine Rolle, dass Galia die Nummer eins ist – wenn ich im Einsatz bin, unterstützt er mich von der Bank aus genauso, wie ich es sonst tue“, beschreibt Stochl das Verhältnis zu seinem Landsmann. Daran wird sich auch heute nichts ändern, obwohl beide direkte Kontrahenten sein werden: Stochl im Tor der Füchse Berlin und Galia bei Frisch Auf Göppingen. In diesem Spiel in der Hohenstaufenhalle, die Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel als „Hexenkessel der Bundesliga“ bezeichnet, könnte letztlich einer von beiden vielleicht sogar das Spiel entscheiden. Die Klasse dazu haben sie. Nur, meint Lommel, „muss Stochl dafür besser ins Spiel finden als gegen Nordhorn“. Beim 26:32 am Mittwoch in eigener Halle wurde der 31-Jährige von seinem Team aber auch ziemlich im Stich gelassen. „Da wir im Angriff zu viele Fehler produziert haben, brauchten die HSG-Spieler nur auf ihre Konterchance zu lauern“, sagt Lommel und verweist auf die neun Treffer von Jan Filip, der immer wieder allein vor Stochl auftauchte: „Da findet kein Torhüter der Welt richtig ins Spiel.“ Knapp zwei Tage nach der Auftaktniederlage des Aufsteigers ist auch seine zunächst recht moderate Kritik am eigenen Team in eine harte Analyse umgeschlagen.

Längst spricht Lommel nicht mehr von einer tollen Atmosphäre in der Max- Schmeling-Halle, dem hervorragenden Kampfgeist seiner Spieler und darüber, dass er nicht enttäuscht worden sei – er fordert vielmehr ganz deutliche Verbesserungen. „Andrius Stelmokas am Kreis und Frank Schumann im Angriff waren Ausfälle“, sagt der Berliner Trainer und nennt schließlich auch noch den Norweger Kjetil Strand: „Er war zwar sehr bemüht, aber es kam kaum etwas dabei heraus.“ Das alles täte ihm weh, „denn wir wissen doch, dass wir es viel besser können“. Ob jedoch Göppingen der Gegner ist, der den Füchsen eine Leistungssteigerung erlaubt, ist sehr fraglich. Zwar hat der heutige Gegner Weltmeister Michael Kraus an Lemgo verloren, aber geblieben ist ihm die starke Rückraumachse mit Jaliesky Garcia, Nikola Manojlovic und Linkshänder Vukasin Rajkovic. Dagegen steht nach wie vor in den Reihen der Füchse kein Linkshänder mit Erstligaformat. Und so hofft Jörn-Uwe Lommel sehnsüchtig, dass ihm Geschäftsführer Bob Hanning bald eine Alternative zum verletzten Niederländer Mark Bult präsentiert. „Ohne Linkshänder können wir aus dem Rückraum nicht genug Druck aufbauen“, sagt Lommel. Wann sich das ändern könnte? „Wir sind täglich an dem Thema dran.“

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