• Harte Zeiten für Schiedsrichter: Schiedsrichter haben früher mehr geredet, sagt Rudolf Kreitlein

Sport : Harte Zeiten für Schiedsrichter: Schiedsrichter haben früher mehr geredet, sagt Rudolf Kreitlein

iwo

Lichtes Haar und Dialekt waren seine Markenzeichen. Rudolf Kreitlein ist Schwabe. "Weider, weider, meine Herrn", rief er über den Platz. Am ersten Bundesliga-Spieltag pfiff er das Spiel 1. FC Saarbrücken - 1. FC Köln (0:2). Fast 38 Jahre ist das her, und seither, sagt Kreitlein, "hat sich das Verhalten der Spieler gewaltig geändert. Es wird viel mehr gefoult. Die Spieler werden heute so eingestellt, den Gegner nicht zum Zug kommen zu lassen." Und was ist schuld daran? Das Geld, sagt der Stuttgarter. Und wer noch? "Die Schiedsrichter." Deren Verhalten habe die Liga verändert. "In den ersten Jahren nahmen sich die Unparteiischen öfter als heute die Spieler zunächst zur Seite. Ich war bekannt dafür, erst zu reden, bevor ich durchgriff." Heute, sagt Kreitlein, können die Schiedsrichter nicht mehr reden. Heute sind schnelle Entscheidungen gefordert. Dies sei ein zweifelhafter Zwang. Denn hart entscheiden konnte man auch früher. So wie Kreitlein bei einem Spiel zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Köln. Nachdem er Foul gepfiffen und die Mauer positioniert hatte, zählte ein Spieler die 9,15 m nach - ausgerechnet jener Spieler, der gefoult hatte. "Dafür habe ich ihn in die Kabine geschickt", sagt Kreitlein. In seiner Bundesligazeit hat er allerdings nur zwei Spielern Rot gezeigt. Und darauf, so Kreitlein, "bin ich stolz".

0 Kommentare

Neuester Kommentar