Sport : Harter Knüppel, knappe Niederlage

Die deutschen Eishockeyspieler verlieren bei der WM auch gegen Dänemark 3:4 im Penaltyschießen

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Finaler Schuss. Mikkel Bodker trifft im Penaltyschießen und entscheidet das Spiel mit 4:3 für Dänemark. Foto: dpa
Finaler Schuss. Mikkel Bodker trifft im Penaltyschießen und entscheidet das Spiel mit 4:3 für Dänemark. Foto: dpaFoto: dpa

Knapp daneben – und noch mal knapp daneben. Auf seine Künste im Penaltyschießen sollte sich das deutsche Eishockey-Nationalteam bei der WM in der Slowakei nicht verlassen, wenn es kommende Woche ins Viertelfinale geht. Denn auch am Sonnabend verloren die Deutschen diese Art der Entscheidungsfindung. 24 Stunden zuvor hatte es ein 4:5 gegen Finnland nach Penaltyschießen gegeben, gegen Dänemark holten die bereits für die Endrunde qualifizierten Deutschen beim 3:4 (1:1, 1:1, 1:1/0:1) in Bratislava gegen Dänemark wieder nur einen Punkt.

Knapp 22 Stunden Regenerationszeit, das ist auch für Eishockeyprofis kein Luxus. Es war den Deutschen gegen die um ihre letzte Chance um ein Weiterkommen kämpfenden Dänen anzumerken, dass ihnen die Kraft fehlte. Resultat war das bislang schwächste WM-Spiel der Mannschaft von Uwe Krupp. Frank Hördler formulierte das in seiner gewohnt saloppen Art treffend. „Gestern gegen die Finnen, das war halt ein harter Knüppel. Den haben wir so schnell nicht wegbekommen“, sagte der Verteidiger von den Eisbären Berlin. Krupp glaubte, dass seine Mannschaft schon zu sehr das Viertelfinale im Kopf hatte. „Das kriegst du als Trainer nicht raus“, sagte der Bundestrainer. „Da ist es schwer, die Spannung zu halten.“

Trotzdem war gegen den ausgeruhten Gegner – die Dänen hatten am Freitag spielfrei – für die Deutschen mehr möglich. Bis zwei Minuten vor Schluss führten sie 3:2, dann kassierten sie den Ausgleich durch Nichlas Hardt. John Tripp, Alexander Barta und Kevin Lavallee hatten zuvor für Deutschland getroffen. Mikkel Bodker verwandelte nach torloser Verlängerung den entscheidenden Penalty für die Dänen, denen die zwei Punkte nichts nützten. Sie hätten drei gebraucht, um ihre Chance auf das Viertelfinale zu wahren.

Mindestens genauso viel Bewegung wie auf dem Eis gab es am Samstagnachmittag in den Gängen der Arena von Bratislava in Sachen Nachfolge des Bundestrainers. Krupp hört nach dieser WM auf, um sich dann um sein neues Engagement bei den Kölner Haien zu kümmern. Ralph Krueger gilt als aussichtsreichster Kandidat für Krupps Nachfolge, nur arbeitet der einstige Schweizer Nationaltrainer noch für ein Jahr bei den Edmonton Oilers. Es ist möglich, dass Jakob Kölliker als Übergangslösung die deutsche Mannschaft betreut. Der Schweizer hat bereits als Assistent unter Krüger gearbeitet. Kölliker selbst war gestern wie auch Krueger in Bratislava und sagte, dass er schon Kontakt mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) gehabt habe. „Sicher suche ich eine neue Herausforderung“, sagte er. Aus DEB-Kreisen wurden die Kontakte zu dem Schweizer aber nicht bestätigt.

Für die Deutschen endet die Zwischenrunde am Montag mit dem Spiel gegen die Tschechen. Noch ist für die Deutschen Platz zwei in der Zwischenrunde möglich, womit sie dann im Viertelfinale gegen Norwegen oder die USA spielen würden. Hauptsache es geht dann nicht wieder ins Penaltyschießen, denn das lässt Krupp seine Spieler vorher nicht mehr üben.

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