Hassenswerteste Sportarten (10) : Crosslauf

Crossläufer lieben den Schmerz, weiß Dirk Gieselmann. Aber warum tierischen Bewohnern des Waldes hinterherlaufen, wenn es einen Ball und zwei Tore gibt?

Dirk Gieselmann[11fre],e

Crosslauf ist eine ausnehmend tolle Sportart für Menschen, die sich selbst hassen. Sehnig und ausgemergelt preschen sie durch Wälder, Moore und Savannen und warten in mönchischer Ergebenheit auf den, wie sie es nennen, „Kick“, eine Dopamin-Ausschüttung in Folge totaler Erschöpfung. Schön, wenn der Schmerz aufhört, sagen Durchschnittsbürger. Schön, wenn der Schmerz anfängt, sagen die Crossläufer.

Ein Held dieser Selbstkasteiungsszene ist der Fitness-Irrwisch Dr. Ulrich Strunz, der einst einen Marathon zu Ende lief, obwohl er sich das Bein gebrochen hatte. Na gut: Auch Wolfgang Weber, der Kölner Abwehrkämpe, stand einst ein Europapokalspiel gegen den FC Liverpool durch, obwohl sein Schienbein entzwei gegangen war. Doch damals ging es ja auch um etwas. Um Fußball nämlich.

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