Sport : Heaven is a halfpipe!

Claus Vetter

Backside. 360er. Und zwar nach rechts, regular. Gepowdert, was das Freeride-Board hergibt. Yo, man! Olympia!

Olympia? Ja, denn mögen Sprache, Musik und Gesten auch gewöhnungsbedürftig sein, in der Halfpipe wird ernsthaft Sport betrieben. Snowboarden ist eine anstrengende Angelegenheit. Artistische Einlagen wie man sie gerade bei den Winterspielen bestaunen kann, verlangen ein hartes, professionelles Training – auch wenn sich die Snowboarder gegen den Terminus „Training“ wehren mögen, weil ihnen das zu antiquiert klingt. Trotzdem, aus ihrem Funsport ist nicht nur ein Leistungssport, sondern auch ein Publikumssport geworden. Die Tribünen in Bardonecchia waren gestern bis zum letzten Platz gefüllt, als die Frauen durch die Halfpipe sprangen. Bei vielen traditionellen Wettkämpfen in Turin war das bisher nicht der Fall.

Dabei war das Verhältnis zwischen den Snowboardern und dem Internationalem Olympischen Komitee lange zerrüttet. Bei der Premiere 1998 in Nagano boykottierten die Topstars den Wettbewerb. Die coole boardende Avantgarde fürchtete sich vor dem uncoolen IOC. Hinzu kam die Aufregung um den ersten Goldmedaillengewinner Ross Rebagliati – in seiner Dopingprobe wurde Marihuana gefunden. Als seltsame Randsportarten belächelt wurden allerdings schon ganz andere Disziplinen. Oder ist es etwa sofort verständlich, wenn sich Männer auf Brettern von einer Rampe in die Tiefe stürzen? Nein. Deshalb ist ja Skispringen auch ein wichtiger Wettbewerb der Winterspiele. Genau wie das Snowboarden.

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