Heiko Herrlich : Bochum auch mit neuem Trainer sieglos

Heiko Herrlich hat bei seinem Trainerdebüt in der Fußball-Bundesliga den Absturz des VfL Bochum nicht stoppen können. Der Bundesliga-Novize steht nach dem 1:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt im Abstiegskampf gleich vor einer schwierigen Mission.

Eric Dobias[dpa]

Frankfurt/MainDurch die siebte Saisonniederlage bleibt der VfL nach dem 11. Spieltag mit mageren acht Punkten Tabellen-Vorletzter, während die Hessen (16) auf Platz neun bleiben. Vor der Saison-Minuskulisse von 37 500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena sorgten Caio (14. Minute) und Maik Franz (25./Eigentor) am Sonntagabend für den Pausenstand; danach avancierte Pechvogel Franz mit seinem siegbringenden Kopfballtreffer zum Glückspilz (53.). Ein seltenes „Kunststück“ lieferte Bochums Shinji Ono ab: Zwischen Gelb und Gelb-Rot für den Japaner lagen nicht einmal 60 Sekunden. „Das war ein hochverdienter Sieg.

Man hätte auch 5:1 gewinnen können. Wir haben heute mehr als gut gespielt, aber wir haben noch Luft nach oben“, sagte Eintracht-Trainer Michael Skibbe. Matchwinner Maik Franz war nach dem Wechselbad der Gefühle überglücklich. „Ich hab' schon gedacht, das kann nur ein schlechter Film sein. Dann ist mir ein Riesen-Stein vom Herzen gefallen. Zum Glück haben wir das Spiel noch gedreht“, sagte der Innenverteidiger. „Die Mannschaft hat mir geholfen, und der Trainer hat mir sein Vertrauen geschenkt.“    Beim vor der Pause müden Sonntags-Kick stellte Frankfurt noch die bessere von zwei schwachen und verunsicherten Mannschaften, Bochum hatte bei der vierten Niederlage in Serie kaum mehr als Kampf und Krampf zu bieten - und in 92 Minuten keinen einzigen Torschuss.

Die Eintracht spielte zwar engagierter, zündende Ideen wie von Mittelfeld-Antreiber Pirmin Schwegler blieben aber vor der Pause Mangelware. Nikos Liberopoulos hatte Pech, als sein Kopfball nur auf der Latte landete (12.), zwei Minuten später zielte Kollege Caio genauer: Aus knapp 30 Metern versenkte der zuletzt viel geschmähte Brasilianer einen direkten Freistoß im Tor - VfL-Keeper Philipp Heerwagen reagierte zu spät.    Als der Grieche Liberopoulos per Kopf den Pfosten (25.) traf, war das diesmal nicht das Signal zum nächsten Treffer. Beim Gegenstoß der Gäste flankte Joel Epallé vor das Eintracht-Tor, Franz fälschte den Ball mit dem rechten Knie ins eigene Netz ab. Schon bei der 0:4- Klatsche der Hessen im Pokal-Achtelfinale gegen Bayern München hatte der Verteidiger einen schwarzen Tag erwischt und ein Tor verschuldet.    

Die Frankfurter agierten nach dem unglücklichen 1:1 keineswegs demoralisiert und machten weiter Druck: Nach einer Flanke von Patrick Ochs vergab „Kunstschütze“ Caio die erneute Führung nur knapp (42.). Beim 2:1 avancierte Pechvogel Franz zum Glückspilz: Mit einem Kopfball aus drei Metern machte er seinen Fehler wieder gut. Die Steigerung der Skibbe-Elf nach der Pause zahlte sich aus, Alexander Meier hatte nach einem energischen Solo das 3:1 auf dem Fuß (65.).    Fünf Tage nach seiner Verpflichtung für Marcel Koller schickte Herrlich eine auf drei Positionen veränderte Startelf auf den Rasen: Für Paul Freier, Mimoun Azaouagh und Diego Klimowicz bekamen zunächst Epallé, Dennis Grote und Zlatko Dedic ihre Chance. Doch zwingende Aktionen gelangen dem Abstiegskandidaten, der nach zuvor drei Niederlagen und dem Trainerwechsel höchst verunsichert und planlos wirkte, nicht.

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