Sport : Heile Heimat

Michael Rosentritt

erklärt, warum Völler gut nach Leverkusen passt Rudi Völler wird also wieder nach Leverkusen zurückkehren, zu Bayer, als Sportdirektor. Heute wundert das niemanden mehr. Vor gut einem halben Jahr wäre das undenkbar gewesen. Das war kurz vor der Fußball-Europameisterschaft in Portugal, und Völler war Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, ein hoch dekorierter dazu. Für das Erreichen des WM-Finals im Sommer 2002 hatte er das Bundesverdienstkreuz erhalten, den Bambi und ein paar andere Ehrungen mehr. Und das Volk sang: „Es gibt nur ein’ Rudi Völler“. Völler war der Liebling der Nation, Rudi Riese eben.

Jetzt gibt es wieder einen anderen Rudi Völler, einen, den es schon immer gab: den in Normalgröße. Rudi Völler, der nie Trainer werden wollte, sondern der lieber vier Jahre lang im Schatten des mächtigen Managers Reiner Calmund werkelte. Das war seine Welt, er mochte sie. Was danach kam, passte viel weniger zu ihm: die große Öffentlichkeit als Teamchef, das merkwürdige Zwischenspiel als Trainer bei AS Rom – 27 Tage lang.

Seit Jürgen Klinsmann als Bundestrainer da ist, wirkt Rudi Völler wie von gestern. Das ist nicht abfällig gemeint, aber es fühlt sich so an. Vor gar nicht so langer Zeit hat Jürgen Klinsmann gegen alle bestehenden Absprachen und gegen die Pläne eines Rudi Völler das Quartier der deutschen Nationalmannschaft während der WM 2006 von Leverkusen nach Berlin verlegt. Das war nicht einfach, aber ein deutliches Signal.

Rudi Völler geht quasi in die entgegengesetzte Richtung. Er wohnt ja auch um die Ecke. Das ist seine Welt.

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