Sport : Heimatlos im eigenen Stadion

Bremen verliert wieder zu Hause, diesmal 0:1 gegen Wolfsburg

Frank Hellmann

Bremen. Nach der Niederlage fiel dem Bremer Kapitän keine gescheite Ausrede ein. „Es gibt in der Bundesliga keine Mannschaft, die man schlagen muss“, stammelte Frank Baumann. Aber eine Werder-Elf, die gerade bei den Bayern und in Dortmund triumphiert hatte und sich wieder nach dem Uefa-Cup sehnte, sollte doch stark genug sein, um den auswärtsschwachen VfL Wolfsburg zu besiegen, oder? Baumann wusste darauf keine Antwort. Soeben hatte sein Team nicht einmal unverdient 0:1 (0:1) verloren.

Dank eines späten Zufallstors von Marino Biliskov besserten die Niedersachsen ihre Auswärtsbilanz etwas auf. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht“, bilanzierte Trainer Jürgen Röber. Eine erfreuliche Leistung zeigte vor allem Sead Ramovic, der den noch nicht genesenen Stammtorhüter Claus Reitmaier vertrat. „Die Zeit für Ramovic war nicht immer einfach“, meinte Röber. Ramovic, der bei einem Kopfball von Ailton aus einem Meter an den Pfosten Glück hatte, sagte etwas mehr: „In zwei Jahren habe ich nur Kritik an mir gehört, sogar im Training.“ Jetzt empfahl er sich mit einer fehlerfreien Leistung für eine Nominierung gegen die Bayern. Auf das Münchner Gastspiel freut sich das ganze VfL-Team. „Das wird schön“, prophezeit der erstmals im zentralen Mittelfeld aufgebotene Tobias Rau. „Die stecken in einer schwierigen Situation, die wir ausnutzen können“, hofft Pablo Thiam.

Während der Tabellenachte über Perspektiven sinnierte, herrschte beim Tabellensiebten Ratlosigkeit. Gegen 1860, Cottbus und Hannover hatte Werder schon zu Hause verloren. Nach dem neuerlichen Rückschlag vor 33 300 Zuschauern ist Sportdirektor Klaus Allofs froh, „dass wir für den UI-Cup gemeldet haben“. Mittelfeldspieler Krisztian Lisztes hatte weniger Humor. Ihm wurde ob des mangelnden Einsatzwillens seiner Mitstreiter bange: „Wenn wir so weiterspielen, verlieren wir alle Heimspiele.“ Als nächstes kommt Hertha BSC.

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