Sport : Heimkehr des verlorenen Stürmers

Beim EHC Eisbären feiern die Fans das glanzvolle Comeback des Yvon Corriveau

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Berlin. Nach Hause wollte keiner. Dabei war das erste Heimspiel des EHC Eisbären in der neuen Saison der Deutschen Eishockey- Liga (DEL) seit einer Stunde Geschichte. Trotzdem tummelten sich am späten Sonntagabend noch 500 Berliner Fans vor der Eishalle im Sportforum Hohenschönhausen.

Gebannt starrten sie auf eine Videowand. Und beklatschten Aktionen von Marc Fortier bei einem Spiel der Eisbären gegen die München Barons. Erstaunlich, spielt doch der ehemalige EHC-Kapitän Fortier inzwischen in Frankfurt – und die Barons gibt es nicht mehr. Die Anhänger der Eisbären waren einfach in Feierlaune. Sie knüpften vor dem Sportforum an das an, was sich zuvor in der Halle ereignet hatte: Beim 6:3 gegen die Krefeld Pinguine hatten die Eisbären mitreißendes Eishockey zelebriert.

Das Spiel bot gelungene Aktionen im Überfluss. Vor allem beeindruckte der Auftritt des Yvon Corriveau. Zwei Jahre war der inzwischen 35-jährige Kanadier bei den Capitals übers Eis gekurvt. Bei den Fans in Charlottenburg war er wegen seines legeren Stils zum Publikumsliebling avanciert. Bei den Anhängern der Eisbären wurde dies nicht unbedingt mit Wohlwollen registriert. Schließlich hatte Corriveau vor seinem Engagement bei den Capitals drei Jahre das Trikot der Hohenschönhausener getragen. Der Rückkehrer wurde beim Spiel gegen Krefeld mit ein paar Pfiffen empfangen. „Das habe ich nicht überhört", sagte Corriveau später. „Es hat mich aber motiviert." Im Spiel gelangen Corriveau dann zwei Tore. Und am Ende waren alle versöhnt. Nach der Schlusssirene musste Corriveau Extrarunden drehen.

Andere Spieler der Eisbären hatten den nach Spielschluss nicht abebben wollenden Applaus im Sportforum nicht minder verdient. Zum Beispiel Alexander Barta. Als Center der dritten Sturmreihe hatte der 19-jährige gebürtige Berliner – wie schon beim ersten Saisonspiel in Mannheim – sein Talent neben Corriveau und Jeff Tomlinson unter Beweis gestellt. Das zweite Tor von Corriveau bereitete der agile Barta mit einem sehenswerten Pass vor.

Trotz der erfolgreichen Jugend schauen sich die Eisbären weiterhin nach einem erfahrenen Akteur mit deutschem Pass um: Mit dem momentan arbeitslosen Stürmer Pavel Gross gab es bereits einige Gespräche. Am Sonntag weilte der ehemalige Kapitän der Capitals schon unter den Zuschauern im Sportforum. Claus Vetter

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