Sport : Heiße Liebe

Friedhard Teuffel

erklärt, was Falko Götz für Hertha BSC bedeutet Hertha BSC sei eine Herzensangelegenheit, hat Dieter Hoeneß einmal gesagt. Das ist nun bestimmt fünf Jahre her, und was der Manager des Fußballklubs damit meinte, war lange nicht klar. Jetzt aber könnte es deutlicher kaum sein, obwohl Hoeneß gar nichts weiter erklärt hat: Hertha hat die wichtigste Personalentscheidung des Jahres mit dem Herzen getroffen.

Das kam so: Trainer Falko Götz war einmal eine heiße Affäre der Berliner. Darüber konnte auch nicht hinwegtäuschen, dass er den technischen Titel Interimstrainer trug, als er vor zwei Jahren die Bundesligamannschaft übernahm. Die Affäre gipfelte darin, dass Götz die Hertha aus scheinbar auswegloser Situation noch in den Uefa-Pokal führte und zwar mit einer beeindruckenden Zärtlichkeit. Doch es war eben nur eine Affäre. Darauf hatten sich beide Seiten vorher verständigt.

Es stellte sich jedoch Sehnsucht ein, bei Hertha und bei Götz, auch während sie andere Partner hatten. Nun probieren beide, ob sie auch in einer richtigen Beziehung so viel füreinander empfinden wie im Frühjahr und Sommer des Jahres 2002. Ein bisschen könnte man sich schon darüber wundern, dass Hertha so intensive Gefühle für Götz hat. Der Trainer strahlt schließlich nicht gerade große Herzlichkeit aus. Aber irgendwie wird er Hertha schon den Kopf verdreht haben, vielleicht mit tollen Versprechungen von einer gemeinsamen Zukunft, Reisen in die schönsten Städte Europas oder einer besonders poetischen Taktik. Im Laufe der Saison wird Falko Götz sicher etwas davon preisgeben.

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