Sport : Heitere Aussichten

Dächer und Vögel bereiten Ärger in den Stadien

André Görke

Egal, ob es stürmt in Hannover oder Platzregen vom Himmel schießt, ständig sind Raubvögel im Stadion zu hören. „Wir lassen seit Tagen ein Tonband laufen“, heißt es im Büro der Stadionbetreiber, „irgendwie müssen wir die Krähen ja verscheuchen.“ Die zerhacken nämlich das extrem dünne Stadiondach, weil sich darunter Insekten befinden. Wie durch ein Sieb nieselt nun der Regen auf die Fans.

Der Umbau der zwölf WM-Stadien ist einigermaßen im Zeitplan, bis auf Kaiserslautern und Stuttgart sind die Arenen quasi fertig. „Wir treten nun ein in die Phase der Feinjustierung“, sagt Jürgen Kießling, Sprecher der WM-Städte. Diesen Monat treffen sich Vertreter des Weltverbands Fifa mit den Stadionbetreibern, um Details zu klären: Wo haben sich Doping-Kontrollräume zu befinden? Wie sehen die VIP-Zelte aus?

Natürlich wird dann auch über die Dächer und Rasenflächen geredet. Hannover klagt über Krähen, Frankfurt am Main über die Elektronik. Diese soll das Stoffzeltdach aus- und wieder einfahren wie einen Regenschirm. Beim letzten Heimspiel der Eintracht sammelte sich Regenwasser in den Stoffbahnen, die Anlage stoppte das Ausfahren des Schirms, und das Wasser spritzte durch Überlaufventile hinab. Schon beim Confed-Cup hielt das Dach der Belastung nicht stand.

Der Frankfurter Rasen hat das überlebt, doch auch er wird die WM nicht erleben. 150000 Quadratmeter Rasen werden an einem geheimen Ort, angeblich in den Niederlanden, gezüchtet und kurz vor dem Turnier in den Stadien verlegt. Doch schon jetzt werden die Plätze in Köln (Pilzbefall) und Hamburg (wenig Sonne) ausgetauscht. Dortmund und Kaiserslautern werden folgen, denn die Stadien lassen wegen der steilen Tribünen kaum Sonne und Wind an den Rasen. Die WM-Eröffnungsfeier im Berliner Olympiastadion wurde zur Rasenschonung sogar auf den 7. Juni 2006 vorverlegt.

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