Sport : Hektik beim letzten Schuss - Sven Fischer verreißt und wird Fünfter

Frank Fritz

Mit dem letzten Schuss hat Biathlet Sven Fischer gestern den Sprung aufs Treppchen vergeben. Beim ersten Weltcupsprint der Saison über 10 km im slowenischen Pokljuka riss der 28 Jahre alte Oberhofer sein Gewehr nach dem letzten Versuch so schnell aus dem Anschlag, dass er statt des sicher geglaubten Treffers eine "Fahrkarte" löste. "Wenn Sven nicht so schnell gewesen wäre, sondern vernünftig nachgehalten hätte, wäre die Scheibe gefallen und er zumindest Zweiter geworden", kritisierte Frank Ullrich den Weltcup-Titelverteidiger.

Insgesamt war der Bundestrainer mit Fischers fünftem Platz, dem sechsten Rang für den Altenberger Carsten Heymann, der damit die interne WM-Norm erfüllte, und Platz zehn für den Oberhofer Peter Sendel nicht unzufrieden. Fischer mußte eine Strafrunde drehen, die beiden anderen kamen ohne Schießfehler durch. Klarer Tagessieger wurde trotz zwei Strafrunden und damit 300 Meter oder fast 46 Sekunden zusätzlicher Laufstrecke der norwegische Sprint-Olympiazweite Frode Andresen in 27:27,7 Minuten vor dem fehlerfrei schiessenden Russen Pawel Rostowzew (27:38,4) und dem Norweger Ole Einar Björndalen (27:47,6/2), der mit dem dritten Platz seine Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaute. Für die Verfolgung am Sonnabend kündigt sich ein heißer Kampf an, 14 Männer werden dann innerhalb einer Minute auf die 12,5 km lange Strecke geschickt.

Überraschend büßte Sven Fischer im Sprint bereits auf den ersten 2,4 Kilometern 23 Sekunden reine Laufzeit auf die Schnellsten ein. "Ich bin nicht bewußt verhalten angegangen. Das kann man im Sprint nicht", sagte Fischer. Der Bundestrainer sieht im Strecken-Profil die Ursache dafür. "Hier geht es steil bergauf und bergab und es sind ein paar ganz enge Kurven dabei. Da verliert man schnell einige Sekunden. Zudem kommt die Strecke so großen und schweren Athleten wie Sven nicht gerade entgegen", erklärte Ullrich.

Bei Sonnenschein, aber relativ wenig Schnee und somit auf durch Steine verunreinigter Loipe ließen Carsten Heymann und Peter Sendel ihre Saisonauftakt-Pleiten von Hochfilzen vergessen. "Dass die WM-Norm heraussprang, gibt natürlich Selbstvertrauen", jubelte Heymann.

Die Staffel-Olympiasieger Ricco Groß (Ruhpolding/29.) und Frank Luck (Oberhof/37.) blieben diesmal vor allem läuferisch ebenso klar hinter der Spitzengruppe zurück wie der junger Oberhofer Alexander Wolf (43.).

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