Sport : Helden wie er

Fenerbahce hofft auf Daum

Thomas Seibert

Es muss etwas geschehen. Darin sind sich die Chefs des Istanbuler Traditionsclubs Fenerbahce einig. Seit der Meisterschaft 2001 hat es keine Erfolge gegeben, auch für diese Saison gibt es wenig Hoffnung: neun Spiele ohne Sieg, Platz sechs und fast 30 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Besiktas Istanbul – so lautet die Bilanz kurz vor Saisonende.

Ebenso unverändert wie der sportliche Misserfolg ist der Trainer-Verschleiß. Der deutsche Coach Werner Lorant musste Ende vergangenen Jahres mitten in der Saison gehen. Anschließend übernahm Lorants Assistent Oguz Cetin die Arbeit. Doch auch er versagte. Deshalb soll in der neuen Saison ein neuer Trainer her – und Christoph Daum ist Favorit für diesen Posten.

In Köln fanden bereits Gespräche zwischen Daum und Fenerbahce statt, berichtet die türkische Zeitung „Hürriyet“. Daum wolle die Verhandlungen aber geheim halten, weil er für seinen derzeitigen Arbeitgeber Austria Wien nach der Meisterschaft Anfang Juni noch den Pokal erringen wolle.

Daum, der Besiktas Istanbul Mitte der Neunzigerjahre zu Meisterschaft und Pokalsieg führte, wird in der Türkei verehrt. Und das, obwohl er – 2001 von Besiktas als Retter zum zweiten Mal an den Bosporus geholt – ein Jahr später wieder gefeuert wurde. Zur Begründung teilte der Verein damals mit, Daum habe sich wegen seines Rauschgift-Prozesses in Deutschland nicht auf die sportliche Arbeit konzentriert.

Bei Fenerbahce erwartet Daum eine harte Aufgabe. Lorant hatte es mit Härte versucht und war gescheitert. Doch das schreckt einen wie Daum nicht. Der Zeitung „Sabah“ sagte er: „Ich bin noch nie kleinen Zielen hinterher gelaufen.“

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