Sport : Hendrik Herzog: Nicht am Bettelstab

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Nein, zum Arbeitsamt muss er nicht gehen. Am Bettelstab schon gar nicht. Doch dass er sich um die Absicherung seiner Zukunft Sorgen macht, ist nicht zu überhören. "Es wäre wichtig, bald einen Verein zu finden", sagt Hendrik Herzog. Ginge es nach den Gerüchten, hat er die Chance sträflich vertan. Sein bisheriger Arbeitgeber Hertha BSC soll ihm 1,1 Millionen Mark für die Vertragsverlängerung geboten haben - und Herzog habe abgelehnt. "Das ist eine Verleumdung", erbost sich Herzog, von einer Boulevard-Zeitung der Abzocker-Mentalität geziehen.

Sicher ist sich Herzog, dass Herthas Manager Dieter Hoeneß dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat. "Ein anderer konnte gar keine Einzelheiten der Vertragsgespräche kennen." Hoeneß wehrt sich: "Ich habe von solchen Summen nie gesprochen." Hertha habe Herzog für einen Einjahresvertrag einen 30-prozentigen Aufschlag angeboten, und er habe mit dem Hinweis abgelehnt, woanders könne er viel mehr verdienen. Damit sei das Thema für Hertha erledigt gewesen.

Herzogs Vermutung, Hertha habe ihn gar nicht mehr haben wollen, ist so abwegig nicht. Der 31-Jährige spielte in den Überlegungen ebenso wie Sixten Veit, der Herthas (nicht erhöhtes) Angebot annahm, nur noch eine untergeordnete Rolle. Herzog: "Ich habe drei Jahre lang für Hertha die Knochen hingehalten - und dann das."

Nun soll er mit Energie Cottbus über das Finanzielle Einigkeit erzielt haben. Trainer Eduard Geyer fordert aber noch einen Laktattest und sogar ein Probetraining. "Ich habe sieben Mal für die DDR gekickt, mich in der Champions League bewährt - da muss ich mich nicht in Cottbus beweisen", sagt der gebürtige Hallenser verärgert. Gegen einen Laktattest hätte er, der sich beim SV Babelsberg fit hält, nichts einzuwenden. Und wenn es mit Cottbus nicht klappt? "Dann gehe ich eben nach England." Dort würde man sicher bald einen Abwehr-Haudegen suchen. So einen wie ihn.

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