Sport : Her mit dem Trikot

Werders Profis bestaunen die Stars aus Barcelona

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Patrick Owomoyela hatte seine Trophäe sogar mit ins Fernsehstudio gebracht. Zur Sicherheit. In Werders Kabine könne er das Trikot von Ronaldinho nicht liegen lassen, sonst werde es ihm geklaut, scherzte der Bremer Verteidiger. „Bei dieser Truppe weiß man ja nie.“ Der FC Barcelona war zum ersten Gruppenspiel der Champions League in Bremen in neongelben Hemden angetreten, die zum Grässlichsten gehören, was die Fußballwelt in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Dennoch kämpften die Profis von Werder Bremen nach der 0:2Niederlage wie kleine Jungs um die Trikots der großen Stars. Nelson Valdez versuchte, Ronaldinho zum Tausch zu überreden. Doch der Weltfußballer hatte das Hemd schon seinem Gegenspieler Owomoyela versprochen.

Werders Innenverteidiger Naldo tauschte vorausschauend schon in der Halbzeit mit Ronaldinho die ersten Trikots. „Es ist ein tolles Gefühl, auf der großen Bühne der Champions League zu spielen“, sagte Naldo. Auch sonst schien bei den Bremern kaum jemand so richtig enttäuscht zu sein. „Wenn man einen Gegenspieler wie Giuly im Griff hat, dann gibt das Selbstvertrauen“, sagte der 22 Jahre alte Verteidiger Christian Schulz und fand, dass im Vergleich zu Barcelona „nicht viel fehlt, bis auf das Ergebnis“.

Zumindest in den 20 Minuten vor der Halbzeit setzte Werder den Favoriten in dessen Hälfte fest, provozierte beim FC Barcelona selten gesehene Ballverluste und erspielte sich Chance um Chance. Johan Micoud traf den Pfosten, Nelson Valdez und Ivan Klasnic verpassten je zweimal knapp. Gelitten habe seine Mannschaft in dieser Phase, sagte Barcelonas Trainer Frank Rijkaard. „Wir haben uns Werders Spiel untergeordnet.“ Wenn man alle Chancen zusammenzähle, „hätte das Spiel auch anders ausgehen können“.

Dass es dazu nicht kam, lag daran, dass der FC Barcelona mit unspektakulärer Effizienz auftrat. Aus drei Chancen machten die Spanier zwei Tore. Deco war mit einem abgefälschten Flachschuss erfolgreich, Ronaldinho erzielte per Foulelfmeter den 2:0-Endstand. Einen Klassenunterschied hatte auch Klaus Allofs nicht gesehen: „Das waren keine Spieler vom anderen Stern.“ Dennoch beurteilte Werders Sportdirektor die Begegnung kritischer als seine Spieler: „In Sachen Cleverness haben wir noch Nachholbedarf.“ Besonders den vielen jungen Spielern fehle noch die Erfahrung auf diesem Niveau.

Nun muss Werder in zwei Wochen bei Panathinaikos Athen schon gewinnen, um anschließend in den Spielen gegen Udinese noch um Platz zwei und die Qualifikation für das Achtelfinale kämpfen zu können. „Gegen Athen wird es nicht leichter als gegen Barcelona“, sagte Klaus Allofs. Zumindest auf eines wird sich der Sportdirektor verlassen können. Die Mannschaft wird sich ganz darauf konzentrieren, drei Punkte aus Athen mitzubringen. Nicht nur Trikots.

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