Sport : Herausholen, was drinsteckt

Friedhard Teuffel erklärt, was die Deutschen für den Frauenfußball tun

Friedhard Teuffel

Es passt wirklich hübsch zusammen, dass Deutschland am selben Tag die WM im Frauenfußball bekommt wie Brasilien die der Männer. Denn Deutschland ist sozusagen das Brasilien des Frauenfußballs. Das fängt unten an der Basis an, denn immer mehr Mädchen kicken, und es geht hoch bis an die Spitze, Deutschland hat schließlich als einziges Land neben den USA schon zweimal den WM-Titel gewonnen. Die Fifa hat bei der Vergabe daran sicher weniger gedacht. Sondern eher, dass sie mit einer Frauenfußball-WM in Deutschland Geld verdienen kann. Wenn es überhaupt einen Markt gibt für Frauenfußball, also eine Möglichkeit, Fernseh- und Vermarktungsrechte gewinnbringend zu verkaufen, dann ist es Deutschland.

Die Vergabe der WM verstärkt in Deutschland ohnehin nur einen bestehenden Trend, in einem anderen Land hätte sie vielleicht einen Anschub geben können und es heranführen können an die Weltspitze des Frauenfußballs. Der Frauenfußball ist weltweit noch nicht ausgeglichen genug, als dass er auf solche Anschübe verzichten könnte. Doch die Deutschen werden mit ihrer WM auf andere Weise den Frauenfußball voranbringen können. Das Turnier 2011 werden sie zu einer Leistungsschau machen und der Welt zeigen, was aus dem Frauenfußball alles herauszuholen ist. Volle Stadien, ohne Karten zu verschenken, Präsenz im ganzen Land, perfekte Organisation – so könnten die Deutschen als Gastgeber Maßstäbe setzen. Dann müssen nur noch die Gäste guten Fußball spielen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben