Sport : Herbstmüde

André Görke

Bielefeld. Der Monat Oktober des Jahres 2001 zählt nicht zu den schönsten, die der 1. FC Union in letzter Zeit erlebt hat. Drei Spiele, null Punkte, 1:10 Tore - es kriselt in Köpenick. Gestern Abend knüpften die Berliner auf der Bielefelder Alm da an, wo sie beim 0:4 gegen Eintracht Frankfurt angefangen und beim 0:2 im Uefa-Cup gegen Liteks Lowetsch weitergemacht hatten. 1:4 (0:1) hieß es vor 10 000 Zuschauern gegen den früheren Erstligisten Arminia Bielefeld. Zum ersten Mal seit dem Antritt von Trainer Georgi Wassilew vor zweieinhalb Jahren hat Union drei Spiele in Folge verloren.

Arminia darf nach zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage auf eine Rückkehr in die Erste Liga hoffen. Daran sollten die so furios in die Saison gestarteten Unioner nach dem Eindruck der vergangenen Wochen erst einmal keinen Gedanken verschwenden.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Dabei hatte Wassilew doch alles in seiner Macht stehende versucht, die zuletzt so erfolglose Mannschaft zu beleben. Gleich fünf Positionen hatte der Bulgare neu vergeben. Kostadin Widolow und Sreto Ristic, die vor dem Spiel in Biefeld zehn von 23 Berliner Saisontoren erzielt hatten, blieben draußen. Ristic plagt sich mit einer Erkältung, Widolow steckt in einem körperlichen Tief.

Derartige Gründe trug Wassilew für seine spektakulärste Maßnahme nicht vor: Torhüter Sven Beuckert fand sich nach seinen schwachen Leistungen gegen Frankfurt und Lowetsch auf der Ersatzbank wieder. "Der Sven strahlt zurzeit nicht die Sicherheit aus, die seine Abwehrspieler benötigen", sagte Unions Manager Klaus Berge. Beuckert mochte sich zu diesem Vorwurf nicht weiter äußern.

Sein Vertreter Robert Wulnikowski hatte zuletzt im vergangenen Dezember im Pokal gegen den VfL Bochum ein Pflichtspiel absolviert. An den Gegentoren traf ihn bei seinem Profi-Debüt keine Schuld. Beim 0:1 durch einen Freistoß von Dammeier raubte ihm der Bielefelder Dabrowski die Sicht (20.), beim 0:2 kam der 1,67 Meter kleine Albaner Vata völlig unbedrängt zum Kopfball (53.). Zwischendurch hatte Dammeier ein weiteres Tor für Bielefeld erzielt. Von der Unterkante der Latte prallte der Ball gut einen halben Meter hinter die Berliner Torlinie. So hatten es jedenfalls alle im Stadion inklusive Fernsehkamera gesehen, nur nicht der Linienrichter, und dessen Urteil vertraute Schiedsrichter Kemmling aus Burgwedel.

Nach dem 0:2 setzte Wassilew noch einmal auf Angriff und wechselte binnen zwei Minuten mit Cristian Fiel, Kostadin Widolow und Sreto Ristic drei Offensivspieler ein. Für zehn Minuten zeigten die Berliner Ansätze des druckvollen Angriffsspiels, mit dem sie in die Saison gestartet waren. Ristic schloss einen schönen Angrif mit gefühlvollem Heber über den herausgeeilten Bielefelder Torhüter Hain zum 1:2 ab (67). Es war das siebte Saisontor des aus Ulm gekommenen Stürmers. In alle Berliner Hoffnungen auf ein versöhnliches Ende des Ausfluges auf die Alm platzte nur vier Minuten später das dritte Bielefelder Tor. Wichniarek erzielte es zwanzig Minuten vor Schluss, und ausgerechnet Ristic hatte mit einem Fehlpass im Mittelfeld ungewollte Vorarbeit geleistet. Abermals Vata traf zum 4:1-Endstand.

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