Sport : Hermannsein Urenkel

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Stefan Hermanns über die seltsamen Wege des Paulo Rink

Kennt jemand den Urgroßvater von – sagen wir – Stefan Beinlich? Oder Michael Tarnat? Jörg Albertz? Muss man ja auch nicht, wäre da nicht der Urgroßvater von Paulo Rink, der mal recht bekannt gewesen ist. Ein paar Jahre ist das her, dass häufiger von Hermann Rink die Rede war, der 1904 von Heidelberg nach Brasilien ausgewandert ist. Im Aktuellen Sportstudio ist sogar mal ein Foto von ihm gezeigt worden. Dass Hermann Rink posthum zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist, hat er den fußballerischen Fähigkeiten seines Urenkels zu verdanken, der wiederum der deutschen Herkunft seines Urgroßvaters zu verdanken hat, dass er deutscher Nationalspieler werden konnte.

Ja, ja, Paulo Rink hat mal für die Nationalmannschaft gespielt. Damals stand er noch bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, einem Spitzenverein, und viele Deutsche kannten sich in Rinks Familiengeschichte besser aus als mit der eigenen Ahnenreihe. Vor allem waren sie sehr froh, dass Hermann, der Uropa, Deutscher gewesen war und nicht Ungar oder Italiener. Es war eine rasante Zeit, die Paulo, der Urenkel, nach seinem Wechsel aus Brasilien in die Bundesliga erlebt hat. Er schoss ein paar Tore, wurde eingebürgert und galt als eine der großen Hoffnungen des deutschen Fußballs – wie Stephan Paßlack und Christian Nerlinger. Nur ging es leider nicht weiter in diesem Tempo. Im vergangenen Jahr wechselte Rink von Bayer Leverkusen zum Abstiegskandidaten 1. FC Nürnberg. „Nürnberg war für mich die erste Wahl“, hat Rink damals gesagt. „Ich will wieder Nationalspieler werden. Dieses Ziel kann ich in Nürnberg erreichen.“

Vielleicht war Rink sauer auf den Club, weil es dann doch nicht geklappt hat. Den Vertrag mit den Nürnbergern jedenfalls wollte er nicht verlängern. Einer wie Rink hat das nicht nötig. Sollen die Nürnberger ihren Abstiegskampf doch alleine machen. Paulo Rink hat schließlich Besseres verdient. Gestern nun hat er einen neuen Vertrag unterschrieben. Bei Energie Cottbus.

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