Hertha benachteiligt : Warum Schiedsrichter Wagner falsch entschied

Warum Schiedsrichter Lutz Wagner bei Herthas Treffer falsch entschied. Eine Analyse.

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Berlin - Theofanis Gekas ist dafür bekannt, dass er stets an der Grenze zum Abseits operiert, diese Zone ist so etwas wie der natürliche Lebensraum des Stürmers. Und so ist es wenig überraschend, dass Gekas in der 79. Minute gegen Borussia Dortmund bei dem Steilpass von Fabian Lustenberger ein kleines Stückchen im Abseits steht. Die Fahne des Schiedsrichterassistenten Bastian Dankert bleibt aber in diesem Moment unten, er läuft an der Seitenlinie Richtung Tor, ebenso wie Theofanis Gekas auf dem Spielfeld. „In diesem Moment ist nicht nur Gekas aktiv, auch ein Mitspieler könnte den Pass erlaufen“, sagt Hellmut Krug, der Vertreter der Deutschen Fußball-Liga im Schiedsrichterausschuss.

Es ist also in dieser Sekunde möglich, dass Gekas gar nicht in das Spiel eingreift und unbeteiligter, passiver Zuschauer bleibt, eine richtige Entscheidung des Assistenten. Laut Regel 11 stellt eine Abseitsstellung allein noch kein Vergehen dar, es wird erst gepfiffen, wenn der Spieler „ins Spiel eingreift“, „einen Gegner beeinflusst“ oder „aus seiner Position einen Vorteil zieht“. Letzteres ist dann der Fall, wenn er einen „Ball spielt, der vom Pfosten oder der Querlatte oder von einem gegnerischen Spieler zu ihm springt“.

Klopp lag ebenfalls falsch

Der Ball kommt aber zu Gekas, als ihn Dortmunds Abwehrspieler Felipe Santana zu seinem Torwart Roman Weidenfeller zurückköpfen will, Gekas sprintet aus seiner passiven Abseitsstellung dazwischen und köpft den Ball ins Tor. „Das war hundertprozentig Abseits. Das war eine fließende Situation“, sagt BVB-Trainer Jürgen Klopp hinterher. Er irrt.

Der Begriff „neue Spielsituation“ ist in den Regeln nicht explizit definiert, auch daher rühren die vielen Diskussionen. Klopp sieht keine neue Spielsituation, weil Felipe Santana immer noch den Pass von Lustenberger abwehrt, der Ball hat weder die Richtung geändert noch ist er von jemandem berührt worden, und der Verteidiger würde ohne Gekas in seiner Nähe gar nicht so handeln. Das ist aber ohne Bedeutung. „Entscheidend ist, ob die Aktion des Dortmunders willentlich, mit Absicht geschieht“, sagt Hellmut Krug. Es handelt sich nicht um einen Abpraller, durch die Absicht ist eine neue Spielsituation gegeben, die ab dieser Sekunde neu zu bewerten ist. Und in dieser kommt der Ball vom Gegner, Gekas kann also per Definition gar nicht im Abseits stehen, passiv oder aktiv spielt jetzt keine Rolle.

Doch Assistent Dankert wedelt mit der Fahne und Schiedsrichter Lutz Wagner erkennt das Tor nicht an. Sie haben die Aktion von Felipe Santana nicht als absichtliches Handeln gewertet. Eine Fehlentscheidung.

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